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Die hohe Auslastung in den deutschen Notfallaufnahmen ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein großes Problem. Der immer mehr zunehmende Patientenzulauf verlangt nach Lösungen für die Entwicklung einer effizienteren Notfallversorgung – in Deutschland wird derzeit dazu gerade der Arbeitsentwurf einer Reform der Notfallversorgung zwischen Bund und Ländern diskutiert. Die Vorankündigung von Wartezeiten ist ein Weg, um Kunden eine erste Einschätzung zur Auslastung des entsprechenden Service-Systems (z.B. Call-Centern) zu geben. Wartezeitinformationen haben nun auch im Gesundheitswesen Einzug gehalten. Vor allem in den USA veröffentlichen Krankenhäuser die zu erwartenden Wartezeiten

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Thomas Meißner

Die ambulante Pflege unterliegt einem streng regulierten Bereich. In diesem haben allein die Kostenträger – vorrangig Krankenkassen, Pflegekassen und Sozialhilfeträger – maßgeblichen Einfluss auf den Inhalt und den Preis der Leistungen. Gerade weil das aber so ist, müssen die Kostenträger auch ihrem Sicherstellungsauftrag nachkommen, d.h. eine für den Patienten sinnvolle Leistungserbringung und eine entsprechende Finanzierung im Blick haben. Doch davon kann derzeit keine Rede sein, wie im Folgenden konkret nachgewiesen wird.

Der Kunde „Patient“ ist im derzeit herrschenden System allenfalls „König zweiter Klasse“. Hat der Kunde außerhalb der ambulanten Pflege …

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08.08.2019

Mehr IT = Mehr Qualität für alle?

Wissenschaft

2021 kommt die elektronische Patientenakte – so hat es der Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verordnet. Die Krankenhäuser müssen sich bis März 2021 an der Telematikinfrastruktur beteiligen, verankert im Regierungsentwurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG). Doch ist es mit der Einführung von elektronischen Patientenakten schon getan und wie können Krankenhäuser davon profitieren? Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig den Effekt von der aktiven Anwendung elektronischer Patientenakten auf die Prozessqualität und zeigt Lösungswege auf, wie die Nutzung von Informationssystemen in Krankenhäusern gefördert werden kann.

Um die Digitalisierung im Gesundheitswesen der …

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Benjamin Berndt, Martin Blaschka

Wie die Gesundheitsversorgung gerecht, effizient und zum Wohl der Patienten gestaltet werden kann, wird von Politik, Ärzten und Krankenkassen anhaltend diskutiert. Zentral ist dabei die faire Verteilung der Beiträge aus dem Gesundheitsfonds über den Risikostrukturausgleich (RSA). Im Referentenentwurf des „Gesetzes für eine faire Kassenwahl“ (GKV-FKG) sind umfassende Reformen des RSA geplant. Vollmodell, Regionalkomponente, Risikopool und Manipulationsbegrenzung sind dabei zentrale Stichworte. Für rund 100 Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis ist dies also „der Sommer der Entscheidung“. So lautete der Titel des zweitägigen RSA-Fachkongresses 2019, den das WIG2 Institut Ende Juni

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Dr. Werner Baumgärtner

Mehr als 5.000 Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten sind bei MEDI Baden-Württemberg organisiert, im Bundesverband MEDI GENO Deutschland sind es über 15.000. Aus der von vier Ärzten ins Leben gerufenen Ärzteinitiative im Jahre 1992 ist mittlerweile ein mittelständisches Unternehmen mit diversen Managementgesellschaften geworden. Das Portfolio umfasst sowohl, Verträge auszuhandeln, einen eigenen Praxisbedarf bereitzustellen, als auch für den Aufbau und den Betrieb von MVZ da zu sein – das Rundum-sorglos-Paket für MEDI-Mitglieder und ihre Praxen. Initiator und gerade wiedergewählter MEDI-Chef auf Bundes- und Landesebene ist Dr. Werner Baumgärtner. Sein täglicher Antrieb

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Die Patientenbehandlung über elektronische Kommunikationsmedien in der ambulanten Versorgung gewinnt in Zeiten der Digitalisierung und des verstärkten Ärztemangels zunehmend an Interesse. 2018 hat auch der Deutsche Ärztetag den Weg freigemacht, Patienten aus der Ferne behandeln zu dürfen. Ärzte versprechen sich mit dem Angebot von Online-Behandlungen eine Reduzierung der regulären Telefon- und Praxissprechstunden. Damit könnte der steigende Patientenzuwachs in den Arztpraxen besser behandelt werden und sich damit auch positiv auf die Patientengesundheit auswirken. Bringen die innovativen elektronischen Arztbesuche wirklich den gewünschten Erfolg in der Optimierung der Patientenversorgung? Eine Studie aus den

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Prof. Dr. Jonas Schreyögg

Um die derzeit durch die Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Förderung der Pflege einzuordnen, muss man sich zunächst noch einmal die Ziele vor Augen halten, die mit möglichen Veränderungen erreicht werden sollten. Erstens ist eine Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes notwendig, um auch zukünftig den Bedarf an PflegerInnen decken zu können. Hierfür bedarf es auch einer Reduktion der Komplexität des Arbeitsalltags durch verbesserte Schichtbesetzung in Teilen der Krankenhäuser. Zweitens ist eine Gewährleistung von Patientensicherheit durch eine ausreichende Schichtbesetzung zu gewährleisten. Drittens, sollten zusätzliche Ressourcen so verausgabt werden, dass sie den höchstmöglichen

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Mit dem Terminservice-Gesetz (TSVG) hat der Gesetzgeber die Bereitstellung der elektronischen Patientenakte (ePA) seitens der Krankenkassen zum 1. Januar 2021 beschlossen. Gegenwärtig arbeiten die ambulanten Leistungserbringer sowie Kassen und gematik mit Hochdruck an der Umsetzung. Krankenhäuser sollen bis März 2021 verpflichtet werden, sich an der Telematikinfrastruktur zu beteiligen, so steht es im Entwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG). Dafür sollen sie einen Zuschlag erhalten. Abgesehen davon, dass der Patient davon langfristig profitieren soll, ist nicht klar, wie hoch die Ausgaben für die Krankenhäuser sein werden. Die Diskussion über die Effekte der

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22.05.2019

Das neue Paradigma

Trends

Dr. Simone Breitkopf

Gutes Geld für gute Leistung – das ist seit ein paar Jahren DAS Paradigma der Gesundheitspolitik. Und spätestens seit dem AMNOG (Arzneimittelmarkt- Neuordnungsgesetz) ist klar, was „gut“ ist: ein wissenschaftlich belegter Nutzen für den Patienten.

Eine Innovationsrendite gibt es dabei nur, wenn das Produkt einen wissenschaftlich belegten Zusatznutzen im Vergleich zu einer bereits im Markt befindlichen Therapie aufweist. Entschieden wird das durch den G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss), dem höchsten Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitssystem. Ist ein neues Produkt besser als der bisherige Therapiestandard, darf es auch mehr kosten. Das …

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Prof. Dr. Stefan Scholtes

Eine älter werdende Bevölkerung, Multimorbidität und weniger medizinisches Fachpersonal, insbesondere Allgemeinmediziner, sind große Herausforderungen für die medizinische Versorgung: in Deutschland, wie auch in anderen Ländern. Eine besondere Rolle spielen dabei die Hausärzte als erste Ansprechpartner für die Patienten, die vor allem auf dem Land händeringend gesucht werden. Das Zauberwort der Bundesregierung heißt sektorenübergreifende Versorgung. Im September hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Mehr Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung unterschiedlicher Versorgungsbereiche sind das Ziel; Innovationen gefragt. In England ist vor drei Jahren ein solches innovatives Projekt für

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Die Arbeitsanforderungen in der Pflege steigen. Dadurch werden körperliche und mentale Krankheiten begünstigt, die im Umkehrschluss eine Voraussetzung für Absentismus (d.h. nicht zur Arbeit gehen, weil man krank ist) und Präsentismus (d.h. zur Arbeit gehen, obwohl man krank ist) bilden. Vor allem in der Pflege lassen sich vermehrt Absentismus und Präsentismus beobachten. Sowohl die Anwesenheit als auch die Abwesenheit bei Krankheit können ein Risiko für das Personal und die Bewohner eines Pflegeheimes darstellen, wie jetzt in einer deutschen Studie veröffentlicht.

Absentismus führt zu einer höheren Arbeitsbelastung des anderen Pflegepersonals. Damit …

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Wie viel Personal muss eingestellt werden, um die Patientennachfrage zu decken? In welchem Umfang sollte zukünftig in medizinische Fachbereiche investiert werden? Die Fragestellungen zur Strategieführung im Krankenhaussektor sind vielseitig und stets an die gesundheitspolitischen Entwicklungen anzupassen. Bestehende Wertvorstellungen in Organisationen können ebenfalls die unternehmerische Strategieführung lenken. Vor allem die Religion steht für ein grundlegendes Element jeder Kultur und kann nachweislich Organisationsmerkmale beeinträchtigen [1]. Der Einfluss von religiösen Wertvorstellungen auf die Strategieführung eines Krankenhauses wurde bislang jedoch nicht nähergehend untersucht.

Eine aktuelle deutsche Studie von Filistucchi und Prüfer [2] beleuchtet …

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