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Unser Konzept

KOMMENTAR

Sandra Goldschmidt

Seit dem 1. Januar 2022 ist die Errichtung des Medizinischen Dienstes Bund abgeschlossen. Diese ging zurück auf das MDK-Reformgesetz, das 2019 vom Bundestag beschlossen worden ist und insbesondere folgende Ziele verfolgte: Die Unabhängigkeit des Beratungs- und Begutachtungsdienstes der Kranken- und Pflegeversicherung zu stärken, die Rolle des Medizinischen Dienstes Bund als eigenständiger Akteur in Trägerschaft der Medizinischen Dienste in den Ländern hervor zu heben und ihm die Kompetenz zum Erlass von Richtlinien für die Tätigkeit der Medizinischen Dienste zu übertragen.

Neue Berichtspflichten zur Aufgabenerledigung und Qualitätssicherung erhöhen gleichzeitig die Transparenz über die Aufgabenwahrnehmung der Medizinischen Dienste. Auch die Besetzung der Verwaltungsräte der Medizinischen Dienste wurde neu geregelt. So gehören den Gremien nun 16 Vertreter:innen der Kassenarten, fünf Vertreter:innen der Patient:innen-, Betroffenen- und Verbraucherschutzorganisationen sowie zwei Vertreter:innen aus den ärztlichen und pflegerischen Berufen an. Alle Gruppen verbindet das Engagement für eine gute und transparente Versorgung. Aus der vielfältigen Zusammensetzung erwächst gleichzeitig die Verantwortung, die vorhandenen unterschiedlichen Erfahrungen und Expertisen aktiv in die Arbeit der Medizinischen Dienste einzubeziehen.

 

Neues Stellungnahmeverfahren für mehr Beteiligung bei der Richtlinienerstellung

Dies gilt umso mehr für die neue Aufgabe des Medizinischen Dienstes Bund als Richtliniengeber. Der Medizinische Dienst Bund erlässt …

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IN EIGENER SACHE

Ausgewogene weitere Verhandlung um „Observer Gesundheit“ vor dem Bundespatentgericht

Der Kampf um unsere Marke „Observer Gesundheit“ geht weiter im Streit mit dem Guardian. Nach unserer aktuellen Verhandlung am 10. Mai vor dem Bundespatentgericht sind wir zuversichtlich, dass der Prozess ausgewogen verläuft. Die zweistündige zweite mündliche Verhandlung gibt uns sogar Anlass zur Freude. Das Gericht nimmt sich ausreichend Zeit zur Diskussion der Streitpunkte auf Augenhöhe mit den Engländern.

Der zuständige 28. Senat des Bundespatentgerichts ist im Vergleich zu der Verhandlung, die am 25. Januar 2022 stattgefunden hat, nicht mehr wiederzuerkennen: keine kurze Verhandlung mit knapper Begründung zugunsten der Briten mehr.

Wie bereits berichtet, ist unsere Wort-/Bildmarke „Observer Gesundheit“ einem Angriff aus England ausgesetzt. Die internationale Firma Guardian News & Media Limited mit Sitz in London ist der Auffassung, …

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POLITISCHE ANALYSE

Eine ziemlich andere Sichtweise auf die Krankenhäuser

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

Die Diskussion über eine „große Krankenhausreform“ ist inzwischen im Stadium des „Wünsch-Dir-Was“ angekommen: Alle Beteiligten und Interessierten vertreten nur noch die Elemente, die gerade ihren Interessen nutzen. Die Monopolkommission (MK)[1] hebt sich hier wohltuend ab. Sie bemüht sich um eine umfassende Perspektive und vertritt dabei einen wettbewerblichen Ansatz. Letztlich geht es ihr um eine grundlegende Finanzreform für die Krankenhäuser.

Dieser Teil des Gutachtens wird z.T. in der Presse nur sehr verkürzt wahrgenommen bzw. in der „Szene“ bewusst ignoriert. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft beklagt beispielsweise den „extrem wettbewerblichen Geist“ des Gutachtens.[2] Die AOKen reklamieren, dass sie ihre Versicherten bereits seit mehr als zehn Jahren über die Qualität bestimmter Kliniken informieren („Gesundheitsnavigator“)[3] etc. – Die Reaktionen sind so, wie man sie erwarten konnte. Gerade diese Standardreflexe sollte man beiseitelassen und das Gutachten näher anschauen.

Nach Auffassung der MK soll der Wettbewerb die Qualität fördern, was mit triftigen, aber z.T. auch mit weniger plausiblen Vorschlägen unterlegt wird. Andererseits empfiehlt sie Ausschreibungen, Qualitätsverträge und Wahltarife. Die Vorschläge beziehen die Investitionen ein und gehen bis hin zur …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Finanzkrise hat Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen

Corona-Krise und Ukraine-Krise. Gegenwärtig steht die Regierung vor der Herausforderung, eine Finanzkrise nach der Nächsten zu bewältigen bzw. ihr entgegenzuwirken. Aber auch schon in der Vergangenheit waren Finanzkrisen präsent. So z. B. jene im Jahr 2008, ausgelöst durch das Platzen der Immobilienblase in den USA. Eine Studie von Adelino et al. [1] untersucht, ob Krankenhäuser nach einer Finanzkrise profitablere Behandlungsoptionen vorziehen und konzentriert sich dabei auf freigemeinnützige US-Krankenhäuser, die von der Finanzkrise 2008 betroffen waren. 

Freigemeinnützige Krankenhäuser in den USA beziehen einen Großteil ihrer Einnahmen nicht aus der Patientenversorgung, sondern z.B. aus staatlichen Fördermitteln, Gebühren für Besucher (z.B. Parkgebühren) oder sogenannte Stiftungsfonds [2]. Für einen Stiftungsfonds erhält ein freigemeinnütziges Krankenhaus zunächst eine Dotation von einem Geldgeber. Das Geld wird für den Stiftungsfonds genutzt, der Wertpapiere enthält. Die Kapitalerträge aus diesem Stiftungsfonds darf das Krankenhaus beispielsweise für Unternehmensinvestitionen verwenden …

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MANAGEMENT/Trends

AOP-Katalog – Krankenhäuser ohne Zentral-OP?

Dr. Karen Wismann

Dr. Stephan Balling

Das IGES-Gutachten zeigt das Ambulantisierungspotenzial in Krankenhäusern. Die Politik könnte versucht sein, angesichts knapper Kassen hier anzusetzen, um Effizienzreserven zu heben und Krankenkassengelder zu sparen. Wie Kliniken sich darauf vorbereiten.

Das IGES-Gutachten vom 1. April 2022 hat es in sich: 2.476 bisher stationär erbrachte Leistungen können den Wissenschaftlern zufolge künftig ambulant erbracht werden, der bisherige Katalog für ambulante Operationen (AOP) kann entsprechend erweitert werden. Sollte sich der wissenschaftsaffine Gesundheitsminister Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach diese jüngsten Erkenntnisse der IGES-Forscher zu Eigen machen, hätte das gravierende Folgen. Deutschlands Krankenhäuser sollten zeitnah eine AOP-Strategie entwickeln.

 

Verteilung der neuen OPS-Leistungen

Gesamt Diagnostik

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