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Mit dem Terminservice-Gesetz (TSVG) hat der Gesetzgeber die Bereitstellung der elektronischen Patientenakte (ePA) seitens der Krankenkassen zum 1. Januar 2021 beschlossen. Gegenwärtig arbeiten die ambulanten Leistungserbringer sowie Kassen und gematik mit Hochdruck an der Umsetzung. Krankenhäuser sollen bis März 2021 verpflichtet werden, sich an der Telematikinfrastruktur zu beteiligen, so steht es im Entwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG). Dafür sollen sie einen Zuschlag erhalten. Abgesehen davon, dass der Patient davon langfristig profitieren soll, ist nicht klar, wie hoch die Ausgaben für die Krankenhäuser sein werden. Die Diskussion über die Effekte der

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22.05.2019

Das neue Paradigma

Trends

Dr. Simone Breitkopf

Gutes Geld für gute Leistung – das ist seit ein paar Jahren DAS Paradigma der Gesundheitspolitik. Und spätestens seit dem AMNOG (Arzneimittelmarkt- Neuordnungsgesetz) ist klar, was „gut“ ist: ein wissenschaftlich belegter Nutzen für den Patienten.

Eine Innovationsrendite gibt es dabei nur, wenn das Produkt einen wissenschaftlich belegten Zusatznutzen im Vergleich zu einer bereits im Markt befindlichen Therapie aufweist. Entschieden wird das durch den G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss), dem höchsten Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitssystem. Ist ein neues Produkt besser als der bisherige Therapiestandard, darf es auch mehr kosten. Das …

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Prof. Dr. Stefan Scholtes

Eine älter werdende Bevölkerung, Multimorbidität und weniger medizinisches Fachpersonal, insbesondere Allgemeinmediziner, sind große Herausforderungen für die medizinische Versorgung: in Deutschland, wie auch in anderen Ländern. Eine besondere Rolle spielen dabei die Hausärzte als erste Ansprechpartner für die Patienten, die vor allem auf dem Land händeringend gesucht werden. Das Zauberwort der Bundesregierung heißt sektorenübergreifende Versorgung. Im September hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Mehr Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung unterschiedlicher Versorgungsbereiche sind das Ziel; Innovationen gefragt. In England ist vor drei Jahren ein solches innovatives Projekt für

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Die Arbeitsanforderungen in der Pflege steigen. Dadurch werden körperliche und mentale Krankheiten begünstigt, die im Umkehrschluss eine Voraussetzung für Absentismus (d.h. nicht zur Arbeit gehen, weil man krank ist) und Präsentismus (d.h. zur Arbeit gehen, obwohl man krank ist) bilden. Vor allem in der Pflege lassen sich vermehrt Absentismus und Präsentismus beobachten. Sowohl die Anwesenheit als auch die Abwesenheit bei Krankheit können ein Risiko für das Personal und die Bewohner eines Pflegeheimes darstellen, wie jetzt in einer deutschen Studie veröffentlicht.

Absentismus führt zu einer höheren Arbeitsbelastung des anderen Pflegepersonals. Damit …

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Wie viel Personal muss eingestellt werden, um die Patientennachfrage zu decken? In welchem Umfang sollte zukünftig in medizinische Fachbereiche investiert werden? Die Fragestellungen zur Strategieführung im Krankenhaussektor sind vielseitig und stets an die gesundheitspolitischen Entwicklungen anzupassen. Bestehende Wertvorstellungen in Organisationen können ebenfalls die unternehmerische Strategieführung lenken. Vor allem die Religion steht für ein grundlegendes Element jeder Kultur und kann nachweislich Organisationsmerkmale beeinträchtigen [1]. Der Einfluss von religiösen Wertvorstellungen auf die Strategieführung eines Krankenhauses wurde bislang jedoch nicht nähergehend untersucht.

Eine aktuelle deutsche Studie von Filistucchi und Prüfer [2] beleuchtet …

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Fina Geschonneck , Thomas Meißner

„Pflegeeinrichtungen sollen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und Maßstäben geführt werden. Am Ende braucht jede Unternehmung, die sich im Wettbewerb bewähren soll, schwarze Zahlen. Das unternehmerische Risiko muss honoriert, Investitionen müssen gestemmt, Zukunftsplanung muss betrieben werden.“[1] Diese Sätze stammen aus der Feder von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Doch wie soll das gelingen bei den gesetzlichen Vorgaben von tariflicher Bezahlung des Personals und ihrer Ausstattung, wachsenden Qualitätsanforderungen – und das alles bei keiner freien Preisbildung. Zwei Studien des Institutes für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS) über das unternehmerische Wagnis in der stationären und ambulanten

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Die Digitalisierung birgt, richtig eingesetzt, ein erhebliches Potenzial zur Entlastung der Pflegekräfte in der Altenpflege. So hat es auch die Bundesregierung erkannt. Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz können sich ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen einmalig die Anschaffung von entsprechender digitaler oder technischer Ausrüstung mit bis zu 12.000 Euro finanzieren lassen. Bis zu 30.000 Euro stehen pro Einrichtung zur Verfügung. Welche Konsequenzen Digitalisierung für den Pflegepersonalbestand und die Pflegequalität hat, ist jetzt in einer Studie aus den USA untersucht worden.  

Pflegekräfte verbringen täglich ca. 15 % bis 25 % der Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben [1]. …

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Eine effektive Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegepersonal ist erforderlich, um die Sicherheit für jeden einzelnen Patienten im Krankenhaus gewährleisten zu können. Insbesondere Fehler im kommunikativen Austausch von beteiligten Berufsgruppen haben erhebliche Folgen für die Patientenversorgung [1]. Vor allem Intensivstationen stellen im Anbetracht der multidisziplinären Aufgabenverteilung einen sehr sicherheitsempfindlichen Bereich dar [2]. Umso wichtiger ist es, dass gerade hier alle Ärzte und Pfleger ein identisches sicherheitsorientiertes Verständnis zur Patientenversorgung haben. Grund ist, dass das Sicherheitsklima nachweislich Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Patienten hat [3]. Unter Sicherheitsklima ist dabei

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Sebastian Hofmann

Sind die märchenhaften Erfolge von Amazon, Google & Co auch im Gesundheitswesen möglich? Anders formuliert: Lassen sich Umsätze im Gesundheitswesen durch digitale Technik skalieren? Bei dieser Frage treffen gleich zwei reichlich unbestimmte Begriffe aufeinander. Zu „Skalierung“ finden sich verschiedene betriebswirtschaftliche Bedeutungen: Von „Wachstum“ über „starkes Wachstum“ bis hin zu „Wachstum, das nahezu ohne eine Erhöhung der Fixkosten möglich ist“.

Letzteres ist technisch durchaus denkbar: Während ein Arzt max. 24 Stunden am Tag erklären kann, lässt sich ein digitaler Erklärfilm zahlenmäßig unbegrenzt verwenden; gibt es Menschen, die bereit sind, dafür zu …

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Erschöpft, ausgebrannt, gestresst: eine Gefahr, die Pflegekräfte selbst zum Pflegefall werden lässt. Die Problematik des generell herrschenden Personalmangels verschärft sich mit der Zunahme des Arbeitsausfalls durch Erkrankungen wie Burnout. Somit erweist es sich nicht nur als schwierig, Nachwuchs zu gewinnen und Stellen zu besetzen, sondern auch angestellte Pflegekräfte zu behalten. Doch wie kann verhindert werden, dass es zu Erkrankungen wie beispielsweise Burnout kommt? Welche Faktoren im Arbeitsumfeld von Pflegekräften fördern die Entwicklung von Burnout? Und welche Gefahren ergeben sich dadurch? Eine kanadische Studie[1] liefert Erkenntnisse, die zur Beantwortung dieser Fragen

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Bessere Personalausstattung und Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege sollen auch Pflege und Betreuung der Patienten sowie der Pflegebedürftigen zum Positiven verändern – das verspricht sich die Bundesregierung vom derzeit diskutierten Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Aus gutem Grund: Die Auswirkungen von zu hoher Arbeitsbelastung sind immens. Neben der allgemeinen Arbeitsunzufriedenheit und den Gesundheitsbeeinträchtigungen der Pflegekräfte leiden auch Patienten. So erweist sich der Personalstand bei patientenrelevanten Maßen, wie der Anzahl an Komplikationen oder der Mortalität, als ein entscheidender Faktor.

Während ein weitgehender Konsens darüber herrscht, dass ein genereller Zusammenhang zwischen der Arbeitsbelastung, dem Personalstand …

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Seit Ende September wird über das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz im Bundestag heftig diskutiert. Spürbare Erleichterungen im Alltag der Pflegekräfte sollen durch bessere Personalausstattung und Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege erreicht werden. Aus gutem Grund: Pflegekräfte fühlen sich trotz Liebe zum Beruf aufgrund von Personalmangel überfordert und ausgelaugt und den Anforderungen der Pflege nicht mehr gewachsen. In Krankenhäusern soll insbesondere die Festlegung von konkretem Personalbedarf Abhilfe schaffen: eine hochkomplexe Aufgabe. Insbesondere das hohe Maß an Ungewissheit muss dabei berücksichtigt werden. Zum einen variiert die Anzahl an Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen und somit

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