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Unser Konzept

KOMMENTAR

Kai Klose

Hessen ist bisher vergleichsweise gut durch die COVID-19-Pandemie gekommen. Dank der gemeinsam ergriffenen Maßnahmen und der hohen Disziplin der Bevölkerung konnten wir eine Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindern. Unser enger Austausch mit medizinischer Praxis und Wissenschaft hat dafür gesorgt, dass wir unser Motto „Hessen bleibt besonnen“ auch wirklich mit Leben füllen konnten: Der präzise Blick auf das Infektionsgeschehen ist die wichtigste Voraussetzung um abzuwägen, welche Einschränkungen wir den Bürgerinnen und Bürgern zumuten müssen. Dies gilt nun genauso für die schrittweisen Lockerungen der Corona-Verordnungen, die uns eine vorsichtige Rückkehr in den Alltag ermöglichen.

 

Schub für die sektorenübergreifende Versorgung

Im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration wurde ein Sonderbeauftragter ernannt, und es wurden Planungsstäbe gebildet, die mit den Akteuren des gesamten Gesundheitswesens – stationär, ambulant, öffentlicher Gesundheitsdienst – eng zusammenarbeiten. Diese Kooperation hat einen zusätzlichen Schub für die sektorenübergreifende Versorgung bewirkt. Darüber hinaus haben wir für jede der sechs hessischen Krankenhaus-Versorgungsregionen koordinierende Krankenhäuser bestimmt. Sie haben nicht nur die Krankenhäuser untereinander vernetzt, sondern auch alle wichtigen Beteiligten, wie die Kassenärztliche Vereinigung, die Gesundheitsämter, den Rettungsdienst, die Betreuungs- und Pflegeaufsicht, aber auch den Katastrophenschutz, an einen Tisch gebracht. Diese Struktur hat sich sehr bewährt.

Regelmäßige Telefon- und …

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POLITISCHE ANALYSE

Covid-19 als „Gamechanger“?

Dr. Florian Eckert

Dipl.-Pol. Robin Rüsenberg

Dr. Florian Eckert

Dipl.-Pol. Robin Rüsenberg

Covid-19 war und ist ein heftiger Schock. Wie die anderen großen Krisen des 21. Jahrhunderts – 9/11, Finanzkrise – kam diese unerwartet. Risikopolitik ist immer noch angesagt (Reckwitz 2020), Entscheidungen werden unter großer Unsicherheit gefällt. Die Pandemie war nicht planbar, nicht zu erwarten und verändert den Alltag der Menschen weltweit. In Deutschland stehen die Zeichen mittlerweile auf Normalisierung, restriktive Maßnahmen werden zurückgefahren, und auch EU-weit werden zunehmend Lockerungen angestrebt. Die Phase der akuten Krisenbewältigung ist vorbei, eine neue Phase hat begonnen. Ein (lokaler) Rückfall kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Die Covid-19-Bekämpfung hat eine Vielzahl von politischen, ökonomischen, sozialen, medizinischen und rechtlichen Fragen aufgeworfen, die breit diskutiert werden. Ist Covid-19 ein „Gamechanger“? In der deutschen Europa- und Finanzpolitik („Bazooka“, „Wumms“) ist dies zweifellos der Fall. Auch das Gesundheitssystem und das Zusammenspiel der Akteure ist betroffen (z. B. Paquet 2020). Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Pandemie auch die gesundheitspolitische Politikformulierung und -ausgestaltung mehr als nur tangiert. Aber wie und welche Lehren sind zu ziehen? Und: Krisenzeiten sind auch Hochzeiten politischer Interessenvertretung (Bollmann 2020) – welche Erfahrungen hat die …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Ärztliche Führungskräfte erzielen bessere Qualitätsergebnisse

Wirtschaftlichkeit und eine hohe Versorgungsqualität gewährleisten: Das sind die Anforderungen, die an Führungskräfte von Krankenhäusern gestellt werden. Managementkenntnisse allein sind für eine gute Führung eines Krankenhauses jedoch nicht ausreichend. Die Einbindung von medizinischen Fachkenntnissen kann richtungsweisend für strategische Entscheidungen sein. Immer mehr Ärzte übernehmen obere Führungspositionen von Gesundheitsorganisationen. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Krankenhäuser bzw. Klinikverbünde hat. Im Rahmen einer groß angelegten USA-Studie wurde erstmalig untersucht, ob eine ärztliche oder nicht-ärztliche Krankenhausgeschäftsführung bessere Qualitäts- und Wirtschaftsergebnisse erzielt [1].

Im Gesundheitswesen wird verstärkt das Ziel verfolgt, den Wert der Gesundheitsversorgung zu steigern, indem qualitativ hochwertige Gesundheitsleistungen mit einem möglichst geringen finanziellen Einsatz erbracht werden. Die Geschäftsführung von Krankenhäusern übernimmt bei der Umsetzung dieser Zielsetzung eine tragende Rolle, da hier richtungsweisende Entscheidungen zum strategischen Vorgehen und zu betriebswirtschaftliche Prioritäten in der Gesundheitsversorgung getroffen werden. Immer …

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MANAGEMENT/Trends

Neue Rolle für Apotheker in integrierten regionalen Versorgungssystemen – das Potenzial ist groß

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt

Alpana Mair

Lauren F. Lyles-Stolz

Die klassische Arbeitsteilung zwischen Pharmazie und Medizin bricht immer mehr auf, interprofessionelle Kooperationen nehmen zu. Diese Entwicklung ist ein internationaler Prozess, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird. Auch in Deutschland sollten wir das Potenzial nutzen. Denn gerade in regionalen, value-based orientierten Gesundheitsnetzwerken könnten Apotheker als „Medikamentenexperten“ eine wichtige Rolle übernehmen, zum Beispiel in der kontinuierlichen Begleitung chronisch kranker Patienten. Diese Abhandlung[1] beschreibt den Beitrag von Apothekern für die Optimierung der Gesundheitsversorgung in den USA und Schottland sowie die ersten Schritte zur Integration von Apothekern in die Organisation regionaler Versorgungsmodelle in Deutschland.

 

Die Rollen und Aufgaben der unterschiedlichen Berufsgruppen und Einrichtungen im Gesundheitswesen verändern sich in allen entwickelten Ländern. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: steigende Pro-Kopf-Ausgaben für die Gesundheitsversorgung, neue digitale Möglichkeiten, stetige Weiterentwicklung von Arbeitsteilung, Entwicklung im medizinisch-pharmazeutischen Wissen und aufkommender …

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