Observer 4.0

MIS - Management Information System Gesundheitspolitik

Die Datenbank

observer_datenbank_kasten.jpg

Termine, Berichterstattung, Dokumentation - aktuell und systematisch

ZUGANGKONTAKT

KOMMENTAR

Dr. Stefan Etgeton

Zum Standardrepertoire berufsmäßiger PKV-Apologeten gehört die Behauptung, auch die private Krankenversicherung (PKV) sei eine Solidargemeinschaft, da hier Gesunde für Kranken einstünden. Munter reproduzierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die These kürzlich in der Sendung „Hart aber fair“. Allein, auch die quasi ministerielle Weihe vermag nicht, das Postulat in Wahrheit umzuwandeln. Es ist schlicht falsch! Denn Solidarität ohne Sozialausgleich macht keinen Sinn.

Noch stärker als beim Ausgleich zwischen Jungen und Alten oder Gesunden und Kranken ist in der Bevölkerung der Rückhalt für das in der Beitragssystematik der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verankerte Prinzip, dass Gutverdiener mehr zahlen als Einkommensschwächere. Für das volle Solidarversprechen ist der Einkommensausgleich konstitutiv – unabhängig davon, wie er im Einzelnen ausgestaltet wird; über Beiträge oder Steuern. Eine Krankenversicherung aber, die wie die PKV die finanzielle Leistungsfähigkeit ihrer Versicherten gar nicht berücksichtigt, kann allein schon aus diesem Grund für sich keinen Anspruch erheben, als Solidargemeinschaft zu gelten. „Es liegt im System der privaten Versicherung, dass Prämien risiko-basiert sind und nicht sozial-gesteuert“, meinte jüngst der Versicherungsombudsmann Günter Hirsch. Anders als in der GKV kann es daher einem privat Versicherten passieren, dass er sich seinen Krankenversicherungsbeitrag nicht mehr leisten kann und in einen …

Mehr lesen
Alle Kommentare ansehen

POLITISCHE ANALYSE

Deutscher Ärztetag setzt gesundheitspolitische Akzente

Sabine Rieser

Der Deutsche Ärztetag kann Erneuerungen im Gesundheitswesen befördern – oder auch nicht. Zum 121. Mal fand er Anfang Mai in Erfurt statt. Das »Parlament der Ärzteschaft« mit insgesamt 250 Abgeordneten aus den 17 Ärztekammern debattierte über Regelungen zum Berufsrecht, erarbeitete und verabschiedete Positionen zur aktuellen Gesundheits- und Sozialpolitik. Grund genug, den diesjährigen Ärztetag einer politischen …

Mehr lesen
Alle politischen Analysen ansehen

MANAGEMENT/Wissenschaft

Separierung und Konzentration – Das aktuelle Modell „Allgemeinkrankenhaus“ ist nicht zukunftsträchtig

 

Willkommen im Zeitalter des medizinischen Fortschritts und der Präzisionsmedizin! Neue Technologien ermöglichen die individuelle und zielgerichtete Behandlung von Patienten. Doch warum stehen die aktuellen Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen still und beruhen noch immer auf intuitiver Medizin? So ist das Allgemeinkrankenhaus seit jeher ein Haus für alles. In den verschiedenen, nach medizinischen Fachrichtungen organisierten Abteilungen werden sowohl Routine-, als auch Nicht-Routineleistungen durchgeführt. Die Behandlungsprozesse sind dabei grundverschieden zu organisieren und kaum miteinander zu vereinbaren. Damit stellt deren Koexistenz eine aus Managementsicht komplexe Herausforderung dar. Standardisierte Routineleistungen werden hierbei in einem kostenintensiven Umfeld angeboten und verbrauchen Ressourcen, die für die variierenden Anforderungen von Nicht-Routineleistungen notwendig sind.

Mehr lesen

MANAGEMENT/Trends

Versorgungssteuerung – Bedarfsplanung – Bedarfsmanagement

Dr. Bernhard Gibis

 

Hintergrund

Im Krankenhaus-Report 2018 zum Thema „Bedarf und Bedarfsgerechtigkeit“ bringt der Magdeburger Versorgungsforscher und Public Health Experte Prof. Bernt Peter Robra Erwartungen an Planungssysteme auf den Punkt: „Wenn ein medizinisch zu versorgender Bedarf nicht ´exogen` vorgegeben ist, sondern im Gesundheitswesen selbst gestaltet wird, zudem auf den dargestellten Ebenen mit unterschiedlichen Zielen und Mitteln, erscheint es vergeblich, ´Versorgungsbedarf` punktgenau messen zu wollen, um daraus den benötigten Leistungsmix und sekundär die für eine wirtschaftliche Leistungserbringung nötigen Kapazitäten herzuleiten. ‚Bedarfsplanung‘, treffender wohl ´Bedarfsmanagement`, wird vielmehr ein iterativer, offener Lern- und Entwicklungs- und Systemgestaltungsprozess. Das heißt nicht, auf evidenzbasierte, gesellschaftlichen Erwartungen standhaltenden und nachhaltig finanzierte, d.h. normative Versorgungsziele zu …

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen