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MIS - Management Information System Gesundheitspolitik

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Termine, Berichterstattung, Dokumentation - aktuell und systematisch

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KOMMENTAR

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Wasem

Wie an dieser Stelle schon von anderen kommentiert[1], hat das Bundessozialgericht (BSG) in seinen beiden Urteilen zu den Schiedssprüchen der Schiedsstelle nach § 130b SGB V zu den Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Albiglutid und Idelalisib festgestellt, dass Mischpreise zulässig und nach Einschätzung des Gerichts auch notwendig sind: Da es für ein Arzneimittel im geltenden Recht nur einen Erstattungsbetrag gibt, die Nutzenbewertung des G-BA aber oft verschiedene Patientengruppen bildet, für die er je verschiedene zweckmäßige Vergleichstherapie definiert und zu unterschiedlichen Einschätzungen zum Ausmaß des Zusatznutzens kommt, ist es sinnvoll, zunächst für die einzelnen Patientengruppen je spezifische Preise zu bilden und diese dann anschließend zu einem gewichteten Mischpreis zusammen zu führen.

In den beiden Gerichtsverfahren war wesentlicher Auslöser der jeweiligen Klagen des GKV-Spitzenverbandes gegen die Schiedssprüche, dass die Schiedsstelle eigene Prognosen zu den Anteilen der Patienten in den unterschiedlichen Patientengruppen des G-BA-Beschlusses vorgenommen hat. Nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes war dies rechtswidrig – die Schiedsstelle wäre vielmehr an die Feststellungen des G-BA-Beschlusses zu den Patientenzahlen gebunden gewesen. Das BSG hat allerdings klargestellt, dass der G-BA in seinen Beschlüssen gerade keine Aussage dazu macht, wie das Arzneimittel in den unterschiedlichen Patientengruppen verordnet wird. Vielmehr trifft er nur Feststellungen über das epidemiologische …

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POLITISCHE ANALYSE

Die Länder – nah dran und mit neuer Macht dabei?

Wenn selbst das etwas verstaubte und wertkonservative „Deutsche Ärzteblatt“ jüngst in einem Editorial konstatiert, dass der gesundheitspolitische Einfluss der Länder in der ersten Liga angekommen sei, reibt sich der gesundheitspolitische Beobachter in Berlin verwundert die Augen. Die Länder hatte bisher keiner ernsthaft auf der Agenda. Das ändert sich. 

Es …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Frauen wollen vom selben Arzt behandelt werden, Männer in erster Linie einen zeitnahen Behandlungstermin

Schnellere Termine beim niedergelassenen Arzt, kürzere Wartezeiten in der Praxis – Probleme, die in Deutschland ganz oben auf der gesundheitspolitischen Agenda stehen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind dürftig. Jetzt bringt eine US-amerikanische Studie[1] mehr Licht ins Dunkel. Ergebnis einer dezidierten Online-Befragung von 1.155 Personen: Frauen wollen eher von ihrem eigenen Arzt behandelt werden und zwar schnell. Männer sind auch mit einem alternativen Arzt zufrieden, pochen jedoch ebenso auf kurze Wartezeiten bis zum Termin. US-amerikanische Patienten sind zudem bereit, für einen schnelleren Termin zu zahlen. Für die Terminkoordination in Arztpraxen gibt es demnach keine Lösung von der Stange.

Die effiziente Terminplanung im ambulanten Sektor ist eine Herausforderung für jede Arztpraxis. Eine kürzlich erschienene US-amerikanische Studie liefert Erkenntnisse zu …

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MANAGEMENT/Trends

Gewinne für Heilberufler?!

Dr. Frank Diener

Wenn es um neue oder zusätzliche Leistungen im Gesundheitswesen geht, ist ziemlich schnell Konsens, dass „man“ sie haben will: Mehr Präsenzzeiten der Ärzte für die GKV-Versicherten, zahnärztliche High-End-Versorgung, umfangreiches Entlassmanagement der Krankenhäuser, das Handling der Rabattverträge durch  die Apotheker, von der Pharmaindustrie innovative Arzneimittel mit hohem Zusatznutzen, mehr Leistungen in der ambulanten und stationären Pflege und natürlich die alsbaldige durchgehende Digitalisierung aller Daseinsbereiche des Gesundheitswesens sind nur einige Beispiele. Doch wenn es um die Vergütung solch neuer und zusätzlicher Leistungen geht, werden die Lippen meist schmal: Das gängige Toleranzspektrum in Krankenkassen, Medien und Politik reicht dann von: „Das ist doch alles schon in die bisherigen Honorare eingepreist“ bis zu: „Wir akzeptieren maximal die Erstattung notwendiger Kosten.“ Anders gesagt: Kostenerstattung geht, …

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