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Unser Konzept

KOMMENTAR

Katharina van Bronswijk

Diese Pandemie ist auch eine Hochsaison für die Psychotherapie und Psychologie. Psychologische Seelsorge am Telefon ist deutlich gefragter; das Thema: Corona. Expert*innenmeinungen zum Umgang mit „social distancing“, oder, wie Frau Merkel in ihrer Ansprache an die Nation sagte: Abstand als „Ausdruck von Fürsorge“ sind gewünscht. Das zeigt sich auch in den Regelungen, die unser System für die Aufrechterhaltung der psychotherapeutischen Grundversorgung getroffen hat: Videosprechstunden, Abrechnungsmöglichkeiten für Telefonziffern, ein Schutzschirm für niedergelassene Psychotherapeut*innen. Dann wird doch alles gut, oder? Wen haben wir vergessen?

 

PiA sind versorgungs-systemrelevant

Ein guter Teil der psychotherapeutischen Versorgung im stationären und ambulanten Setting wird jedoch auch von Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA) im Rahmen ihrer praktischen Tätigkeit (am Anfang der Ausbildung) und ihrer praktischen Ausbildung (am Ende der Ausbildung) gestemmt. Die Psychotherapeut*innen-Ausbildung dauert mindestens drei Jahre: 1, 5 Jahre praktische Tätigkeit und 600 Behandlungsstunden in der praktischen Ausbildung (auch mindestens 1, 5 Jahre).

Einige Zahlen und Fakten:

  • Es gibt etwa 47.000 approbierte psychologische Psychotherapeut*innen (PP) und Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut*innen (KJP) in Deutschland (Quelle).
  • Davon arbeiten etwa 28.000 in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung (Quelle).
  • Weitere ca. 7.400 approbierte Psychotherapeut*innen (PP/KJP) arbeiten in den etwa 780 …

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POLITISCHE ANALYSE

Selbstverwaltung: Der (vor)letzte Versuch

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

Mit dem am 29. Juli vorgelegten „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Transparenz in der Alterssicherung und der Rehabilitation sowie zur Modernisierung der Sozialversicherungswahlen“ will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zwei Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzen: Die Einführung einer „Digitalen Rentenübersicht“ (dort genannt „säulenübergreifende Renteninformation“, S. 93) und die Modernisierung der Sozialversicherungswahlen (S. 51). Außerdem geht es um ein transparentes Verfahren bei der Zulassung und Vergütung von Rehabilitationseinrichtungen für die gesetzliche Rentenversicherung. Die Regelungen zu den Sozialwahlen geben Anlass, erneut über den Sinn der Selbstverwaltung nachzudenken: Der Staat bestimmt immer genauer das Leistungs- und Beitragsrecht. Die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten der Selbstverwaltung schrumpfen mehr und mehr zusammen. Gleichzeitig soll jetzt das Verfahren der Sozialwahl weiter demokratisiert und „modernisiert“ werden. Lohnt sich das überhaupt? Die Antwort ist nicht einfach.

 

Was soll sich ändern?

Die Regelungen zu den Sozialwahlen finden sich im SGB IV. Neu geregelt werden sollen insbesondere die folgenden Punkte:

  • In § 40 wird nunmehr explizit ein gesetzlicher Freistellungsanspruch für die Tätigkeit der Mitglieder der Selbstverwaltungsorgane sowie für Versichertenälteste und Vertrauenspersonen festgelegt. Das war …
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MANAGEMENT/Wissenschaft

Ärztliche Führungskräfte erzielen bessere Qualitätsergebnisse

Wirtschaftlichkeit und eine hohe Versorgungsqualität gewährleisten: Das sind die Anforderungen, die an Führungskräfte von Krankenhäusern gestellt werden. Managementkenntnisse allein sind für eine gute Führung eines Krankenhauses jedoch nicht ausreichend. Die Einbindung von medizinischen Fachkenntnissen kann richtungsweisend für strategische Entscheidungen sein. Immer mehr Ärzte übernehmen obere Führungspositionen von Gesundheitsorganisationen. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Krankenhäuser bzw. Klinikverbünde hat. Im Rahmen einer groß angelegten USA-Studie wurde erstmalig untersucht, ob eine ärztliche oder nicht-ärztliche Krankenhausgeschäftsführung bessere Qualitäts- und Wirtschaftsergebnisse erzielt [1].

Im Gesundheitswesen wird verstärkt das Ziel verfolgt, den Wert der Gesundheitsversorgung zu steigern, indem qualitativ hochwertige Gesundheitsleistungen mit einem möglichst geringen finanziellen Einsatz erbracht werden. Die Geschäftsführung von Krankenhäusern übernimmt bei der Umsetzung dieser Zielsetzung eine tragende Rolle, da hier richtungsweisende Entscheidungen zum strategischen Vorgehen und zu betriebswirtschaftliche Prioritäten in der Gesundheitsversorgung getroffen werden. Immer …

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MANAGEMENT/Trends

Deutliche Erhöhung der GKV-Sätze im Bereich der Physiotherapie notwendig

Ute Repschläger

Dr. Björn Pfadenhauer

Die Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen (WAT-Gutachten) bringt das Dilemma deutlich zutage: Der Ertrag, den ein Praxisinhaber am Ende des Monats im Jahr 2018 durchschnittlich erzielte, lag weit unter einem angemessen Unternehmerlohn. Die Vergütung physiotherapeutischer Leistungen ermöglichte keine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungserbringung. Auf Basis des Gutachtens und unter Berücksichtigung der Vergütungs- und Kostenentwicklung der letzten Jahre fordert der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) deutliche Vergütungserhöhungen vom GKV-Spitzenverband. Die künftigen GKV-Preise müssen es möglich machen, sowohl den Ertrag der Praxisinhaber als auch das Gehalt der Angestellten auf ein leistungsgerechtes Niveau anzuheben.

Grundlage für diese Forderungen sind die Ergebnisse des WAT-Gutachtens, das vom unabhängigen Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) durchgeführt wurde. Auftraggeber sind insgesamt elf maßgebliche Verbände aus den Heilmittelbereichen Ergotherapie, Logopädie/Sprachwissenschaften, Physiotherapie und Podologie, die sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen haben. Das IfG hat nicht nur Mitglieder der teilnehmenden Verbände, sondern alle Inhaber …

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autor_Dr. Josef Düllings
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