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Unser Konzept

KOMMENTAR

Harald Weinberg MdB

In der der Corona-Krise zeigen sich die Probleme eines Gesundheitssystems, das über Jahre auf Wettbewerb und Profit getrimmt wurde. Es wird offenbar, dass ein grundsätzlicher politischer Kurswechsel in unserer Gesundheitsversorgung notwendig ist. Wie wirksam die Maßnahmen der im Schnellverfahren erlassenen COVID-19-Gesetze tatsächlich ausfallen, wird erst im Nachhinein zu beurteilen sein. Einige Einzelmaßnahmen und Versäumnisse kann man jedoch bereits während der Pandemie problematisieren. Im Folgenden liegt der Fokus auf Krankenhauspolitik sowie Gesundheitsförderung und Prävention.

 

Betriebswirtschaftliches Kalkül in der Krise – welch Irrsinn

So wurde der Wettbewerb unter den Krankenhäusern fortgesetzt und jedes einzelne Krankenhaus mit der Frage konfrontiert, ob ein Freimachen von Betten für die Intensivversorgung von Corona-Patientinnen und Patienten Profite oder Verlust bringt. Statt den Kliniken Sicherheit zu geben, dass sie sich ohne finanzielles Risiko auf die Erfordernisse der Pandemie einstellen können, ließ das BMG wirtschaftliche Fehlanreize bestehen. Jedes einzelne Krankenhaus war gezwungen, selber betriebswirtschaftlich abzuwägen, ob sich ein Engagement gegen Corona lohnt oder nicht – welch Irrsinn in einer schwierigen Situation.

Die Aufgabe, Vorkehrungen für Ausnahmesituationen und besondere Belastungen zu treffen, verträgt sich nicht mit Krankenhäusern, die über Fallpauschalen in einen Wettbewerb gezwungen werden. Das System der diagnoseorientierten Fallpauschalen hat zu einer …

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POLITISCHE ANALYSE

Die Corona-Krise in Frankreich: zu wenig oder zu viel Staat?

Prof. Dr. Patrick Hassenteufel

Prof. Dr. Patrick Hassenteufel

Frankreich war mit über 28.530 Todesfällen (Stand 26. Mai 2020), davon 18.195 im Krankenhaus Verstorbenen, wesentlich stärker von Covid-19 betroffen als Deutschland. In Frankreich wurden die ersten Fälle des Coronavirus in Europa überhaupt festgestellt – drei infizierte Personen kehrten am 24. Januar 2020 aus China zurück. Eine von Premierminister Edouard Philippe zitierte Studie schätzt, dass durch die vom 17. März 2020 bis 11. Mai 2020 geltende allgemeine Eindämmungspolitik 60.000 Menschenleben im Krankenhaus gerettet wurden. Seit dem 11. Mai 2020 greift eine sehr langsame Aufhebung dieser Maßnahmen, die insbesondere durch die Wiedereröffnung der meisten Geschäfte und Schulen gekennzeichnet ist. Dabei hat die Zahl der Fälle nicht zugenommen: Die Zahlen der täglichen Todesfälle (47 in den letzten 24 Stunden am 23. Mai gegenüber einigen tausend Anfang April), die Aufnahme von Patienten auf Intensivstationen (30 Neuaufnahmen in 24 Stunden am 23. Mai gegenüber mehr als 700 Anfang April) und neue Fälle von Kontamination (250 neue Fälle in 24 Stunden am 23. Mai gegenüber 5.000 neuen Fällen täglich Anfang April) sind weiterhin rückläufig. Eine neue Phase der Lockerung soll am 2. Juni 2020 beginnen. …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Die Warnsignale einer Systemüberlastung im Krankenhaus frühzeitig erkennen

Um dem Kostendruck stand zu halten, sollte ein Krankenhaus möglichst viele Patienten mit dem vorhandenen Personal und den materiellen Ressourcen behandeln. Die Gesundheitspolitik zieht mit den Regulierungen aus der 19. Legislaturperiode die Zügel weiter an und erhöht damit die wirtschaftlichen Anforderungen für die Krankenhausversorgung (siehe Maßnahmenanalyse Observer Gesundheit ). Doch wie hoch sollte die Auslastung sein, um wirtschaftlich als Krankenhaus gut da zu stehen? Eine Studie [1] aus den USA zeigt auf, welche Auswirkungen eine steigende Arbeitsbelastung durch zunehmende Patientenzahlen auf die Krankenhausversorgungsqualität hat. Die komplette Bettenauslastung ist dabei nicht von Vorteil für die Klinik und für Patienten, die besonders behandlungsbedürftig sind.

Deutsche Krankenhäuser sind zunehmend mit einem erhöhten Kostendruck und steigenden Systemanforderungen konfrontiert. Um die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern sicherzustellen, wird vermehrt die Anzahl an aufgestellten Betten reduziert, um eine möglichst hohe Belegungsdichte mit den verfügbaren Betten …

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MANAGEMENT/Trends

„Der Koordinations- und Abstimmungsaufwand auf wissenschaftlicher, regulatorischer, staatlicher und finanzieller Ebene ist enorm"

Dr. Hans-Christian Wirtz

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus läuft derzeit weltweit auf Hochtouren. Ende März gab Johnson & Johnson bekannt, 2021 eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung zu stellen. In den USA ist der Gesundheitskonzern, zu dem auch das forschende Pharmaunternehmen Janssen zählt, in der gesundheitspolitischen Debatte deutlich präsenter als hierzulande. Das soll sich bald ändern, sagt Dr. Hans-Christian Wirtz, Leiter Government & Patient Affairs von Janssen Deutschland. Auch in Deutschland wolle Janssen sich künftig noch stärker einbringen: Als Hersteller von transformativen Therapien trage Janssen – gemeinsam mit den anderen Akteuren im Gesundheitssystem – die Verantwortung dafür, dass medizinische Innovationen auch zukünftig frühzeitig ins System und damit zu den Patienten gelange. Die Weiterentwicklung des bestehenden Systems hin zu einem konsequent patientenzentrierten System wolle Janssen proaktiv mitgestalten.

 

Wie weit ist Ihr Unternehmen mit der Entwicklung eines Impfstoffes?

Seit …

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