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KOMMENTAR

Pharmadialog: Strategische Richtungsentscheidungen stehen aus

Dorothee Brakmann

Als die Bundesregierung im November 2025 – dem Herbst der Reformen – zum Pharmadialog lud, war die Erwartung auch in der Pharmabranche groß. Im Koalitionsvertrag war die Rede von der Pharmabranche als Leitindustrie. Deutschland sollte wieder attraktiver Forschungsstandort werden, die Versorgung mit Arzneimitteln verlässlicher.

Das machte Hoffnung, dass der gute Ansatz des Pharmagipfels von Ende November 2023 von der neuen Bundesregierung aufgegriffen und fortgesetzt werden sollte. Doch nach wochenlanger intensiver Arbeit in sechs Arbeitsgruppen ist noch keine Richtungsentscheidung zu erkennen.

Und das in einer Situation, in der die drängenden Fragen auf der Hand liegen: Was ist unsere Antwort auf Donald Trumps Most-Favored-Nation-Politik und seine Drohung mit Zöllen auf EU-Arzneimittel? Wie brechen wir die gefährliche Abhängigkeit von chinesischen Wirkstofflieferanten? Wie halten wir die Produktionsstandorte, die wir noch haben, und holen strategisch wichtige Fertigungen zurück nach Europa? Wie stellen wir sicher, dass Deutschland bei klinischen Studien nicht weiter international abfällt – von Platz eins auf Platz sieben?

 

Bundesregierung muss sich entscheiden

Diese Fragen lassen sich nicht isoliert in Arbeitsgruppen des Gesundheitsministeriums lösen. Sie erfordern eine ressortübergreifende Kraftanstrengung unter Einbeziehung von Wirtschafts-, Forschungs- und Finanzministerium. Sie erfordern politische Entscheidungen auf höchster Ebene, denn hier …

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IN EIGENER SACHE

Observer Gesundheit – 1.000 Beiträge: ohne Werbung, ohne Bezahlschranke, aber mit Expertise

Der Observer Gesundheit hat heute seinen 1.000. Beitrag veröffentlicht. Ein Meilenstein für uns, der nicht nur eine Zahl markiert, sondern das gewachsene Gewicht einer Plattform, die sich fest in der gesundheitspolitischen Landschaft etabliert hat.

Seit dem Start im Jahr 2018 ist viel passiert: Damals zählten wir knapp 12.500 Zugriffe pro Monat – heute sind es rund 70.000. Diese Entwicklung zeigt, dass fundierte, meinungsstarke Beiträge zur Gesundheitspolitik mehr denn je gefragt sind – auch und gerade auf einer Plattform, die bewusst mittlerweile kosten- und schon immer werbefrei ist.

Ein großer Dank gebührt unseren Autorinnen und Autoren. Sie kommen aus Wissenschaft, Politik, Verbänden, Kassen, Unternehmen, Versorgung und Praxis – und bringen ihre Sicht auf zentrale gesundheitspolitische Fragen ein. Ihre Texte …

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POLITISCHE ANALYSE

Ohne Kurswechsel keine Beitragssatzstabilität

Dr. Jürgen Malzahn

Johannes Wolff

Nach langem Ringen zwischen Bund und Ländern ist das Krankenhausreformanpassungsgesetz unter Dach und Fach, aber das Problem der mangelhaften Investitionskostenfinanzierung für die Kliniken bleibt nach wie vor ungelöst. Die Ausgaben im Krankenhausbereich laufen aus dem Ruder – und ihre Begrenzung ist ein wesentlicher Faktor für die Stabilisierung der GKV-Finanzen.

Die am 12. September 2025 eingesetzte „FinanzKommission Gesundheit“ (FKG) zielt angesichts massiver struktureller Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf eine evidenzbasierte Neuausrichtung der Finanzarchitektur und einer Effizienzsteigerung der Versorgungsstrukturen ab. Hierzu soll das aus zehn Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention zusammengesetzte Expertengremium Maßnahmen vorlegen, mit denen der Beitragssatz in der GKV bereits ab 2027 stabilisiert werden kann. Einen ersten Bericht mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen soll die Kommission Ende März 2026 vorlegen. Darin sollen unter anderem maßgebliche Kostentreiber sowie Ineffizienzen auf der Ausgabenseite und Probleme auf der Einnahmenseite identifiziert werden. Ein zweiter Bericht soll bis Dezember 2026 erstellt werden und mögliche Strukturreformen für die GKV aufzeigen, mit denen das Ausgabenwachstum mittel- bis langfristig reduziert und den Herausforderungen auf der Einnahmenseite begegnet werden kann. …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Fachfremde Belegung in Krankenhäusern

Die Krankenhausreform stellt das System im stationären Bereich grundlegend um: Die Zusammenlegung von Kapazitäten innerhalb von Leistungsgruppen soll Qualität sichern und gleichzeitig Ressourcen effizienter nutzen. Wenn Patientenzahlen in einer Leistungsgruppe zunehmen und die Auslastung entsprechend hoch ist, greift ein vertrautes Steuerungsinstrument: Patienten werden fachfremd auf anderen Stationen untergebracht.

In der internationalen Fachliteratur spricht man von Off-Service Placement (fachfremde Belegung). Gemeint sind Fälle, in denen z. B. internistische Patienten auf einer chirurgischen Station liegen, weil dort gerade ein Bett frei ist. Bisherige Studien zeigen: Für diese Off-Service-Patienten selbst bedeutet das häufig längere Aufenthalte und zum Teil schlechtere Outcomes.

Eine aktuelle Management-Science-Studie von Lim, Song und Yang [1] geht einen Schritt weiter und stellt eine bislang wenig beachtete Frage: Verlangsamt fachfremde Belegung nicht nur die Versorgung der „falsch“ liegenden Patienten, sondern auch die der regulär auf ihrer Fachstation untergebrachten …

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MANAGEMENT/Trends

Kommunale Gesundheitsgenossenschaften

Prof. Dr. Stefan Scholtes

Die hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen Deutschlands steht vor einer akuten Krise. Laut eines kürzlich veröffentlichten Berichts der Bertelsmann Stiftung planen etwa 20 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte, ihre Tätigkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre aufzugeben. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild junger Ärztinnen und Ärzte erheblich.

Die selbstständige Einzelpraxis verliert zunehmend an Attraktivität, während die Anstellung in einem Team mit planbaren Arbeitszeiten immer häufiger bevorzugt wird. Ausschlaggebend für diesen Wandel ist die zunehmende Zurückhaltung gegenüber dem unternehmerischen Risiko und der damit verbundenen Verantwortung, die viele Nachwuchsärztinnen und -ärzte abschreckt.

 

Die Herausforderung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum

Die Not ist dabei besonders groß auf dem Land: Für zahlreiche Gemeinden besteht die sehr reale Gefahr, ihre lokalen Praxen zu verlieren und in eine hausärztliche Unterversorgung zu rutschen, weil sich keine geeigneten Nachfolger finden.  Verstärkt wird diese …

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autor_Dipl.-Pol. Benjamin Berndt
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autor_Nikolaus Huss
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autor_Daniel Schaffer
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autor_Detlev Spangenberg
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autor_Dr. Frank Diener
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autor_Nathalja Nolen
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autor_Dr. Gerhard Nordmann
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autor_Dr. Kevin Schulte
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Dr. Georg Kippels MdB
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