Observer 4.0

MIS - Management Information System Gesundheitspolitik

Die Datenbank

observer_datenbank_kasten.jpg

Termine, Berichterstattung, Dokumentation - aktuell und systematisch

ZUGANGKONTAKT

KOMMENTAR

Prof. Dr. med. Paolo Fornara

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den angekündigten Gesetzentwurf für bessere Zusammenarbeit und Strukturen bei der Organspende (GZSO) vorgelegt – und dann gleich nachgelegt: Kurz darauf erklärte er, ein Befürworter der doppelten Widerspruchslösung zu sein und eine Entscheidung hierüber im Deutschen Bundestag forcieren zu wollen. Beide Vorstöße verdienen Lob. Es wäre eine überfällige Grundsatzentscheidung: den Bundesbürgern eine Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende abzuverlangen.

Erinnert sich noch jemand an den Sommer 2012? Nicht wegen des Wetters, sondern weil seinerzeit mehrere Gesetzesänderungen mit Bezug auf die Transplantationsmedizin Bundestag und Bundesrat passierten und kurz danach in Kraft traten. Zum einen erfolgte die Novellierung des Transplantationsgesetzes, zum anderen wurde 2012 die Entgeltfortzahlung für Lebendspender eingeführt. Längst überfällig wurde damit sozialrechtlich geregelt, dass Spendern von Organen ein Anspruch auf Leistungen der Krankenbehandlung, Reha und Krankengeld eingeräumt wird.

 

Informationsverpflichtung durch Transplantationsskandal überlagert

Damals erhielten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und die Krankenkassen den Auftrag, Bürger beziehungsweise Versicherte konsequent zum Thema Organspende aufzuklären und sie aufzufordern zu erklären, ob sie nach ihrem Tod Organe spenden wollten. Auch die privaten Krankenversicherungen wurden damals in gewissem Umfang zur Information verpflichtet. Im modifizierten Transplantationsgesetz (TPG) wurde aber damals zugleich klargestellt: „Niemand kann verpflichtet …

Mehr lesen
Alle Kommentare ansehen

POLITISCHE ANALYSE

Fördern und Fordern: Was bringt das TSVG für die ambulante Versorgung?

Dr. Robert Paquet

Dipl-Pol. Robin Rüsenberg

Seit dem 23. Juli liegt der Referentenentwurf eines Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG) vor. Das TSVG bildet zusammen mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) und dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) das aktuelle gesetzgeberische BMG-Dreigestirn, das die großen Linien des Koalitionsvertrages umsetzen soll. Minister Jens Spahn hat die wesentliche Rationale des TSVG eindeutig umrissen: „Wir werden mit einem Bündel …

Mehr lesen
Alle politischen Analysen ansehen

MANAGEMENT/Wissenschaft

Fortgeschrittene elektronische Patientenakten können Leben retten und sparen Kosten

Bis 2021 soll jeder Versicherte in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine elektronische Patientenakte (ePA) haben, so sieht es das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz vor. Dass eine fortgeschrittene ePA Leben retten kann, hat jetzt eine US-amerikanische Studie nachgewiesen. Patientensicherheitsbezogene Ereignisse, wie bspw. Medikationsfehler oder Stürze, gehen um 17, 5 Prozent zurück.

Jährlich sterben in US-amerikanischen Krankenhäusern zwischen 44.000 und 98.000 Patienten aufgrund von vermeidbaren medizinischen Fehlern.[1] Weitere 100.000 Patienten erleiden oder riskieren einen Schaden. Insgesamt fließen in den USA jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge in Vorkommnisse, die im Zusammenhang mit der Patientensicherheit stehen.[2] Der Handlungsbedarf ist evident.

Doch wodurch kommt es zu diesen unerwünschten Ereignissen? Insbesondere die Komplexität der modernen Medizin stellt enorme Herausforderungen an …

Mehr lesen

MANAGEMENT/Trends

Routinedaten der GKV – eine Ressource für den Market Access

Dr. Andreas Meusch

Souverän ist, wer über hinreichend Daten verfügt und sie zu nutzen weiß. In sprachlicher (!) Anlehnung an den deutschen Staatsrechtler und Philosophen Carl Schmitt beschreibt dies das Grundgesetz des 21. Jahrhunderts. Die relevanten Player im Gesundheitswesen haben das inzwischen erkannt und ringen um ihre Souveränität, getrieben auch von der Sorge, dass die internationalen Datenkonzerne die neuen Souveräne werden können. Die Nutzung ihrer Daten ist für die Gesetzliche Krankenversicherung eine relevante Zukunftsfrage. Der nachfolgende Beitrag geht am Beispiel des Themas Marktzugang der Frage nach, welche Daten der gesetzlichen Krankenversicherung vorhanden sind und wie sie heute von wem auf welchen Wegen genutzt werden. Der Blick in das Regelungslabyrinth will auf das Potential der Daten aufmerksam machen und ist mit Frank Schirrmacher von …

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen