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Unser Konzept

KOMMENTAR

Prof. Dr. med. Ferdinand M. Gerlach

„Die ePA ist ein Angebot. Versicherte entscheiden selbst, ob und wie sie die ePA nutzen möchten. Die Patientinnen und Patienten bestimmen, ob und welche Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext in der ePA gespeichert werden und auch, welche wieder gelöscht werden sollen. (…) Ab 2022 soll der Patient die Zugriffsfreigabe über seine App für jedes Dokument einzeln festlegen können, zum Beispiel für eine Untersuchung bei einem Facharzt.“[1]

So wird auf den Webseiten des Bundesministeriums für Gesundheit erklärt, wie eine patientengeführte elektronische Patientenakte (ePA) funktionieren soll. Klingt das nicht prima? Die ePA gehört dem Patienten[2], nur er entscheidet, ob er sie „haben“ will, und dann entscheidet er sein Leben lang bei jedem einzelnen seiner Schritte im Gesundheitswesen, ob, wann und durch wen sie womit befüllt werden soll, wer, wann dort hineinsehen darf und was genau dort für wen wie lange zugänglich sein soll. Und jederzeit kann der Patient aus dieser Akte löschen, was ihm nicht mehr wichtig oder nicht richtig erscheint oder ihn einfach „stört“.

Dieses Konzept wird von seinen Fürsprechern euphemistisch-werbend „feingranulares Rechtemanagement“ genannt. Als Arzt – aber auch als potentieller Patient –  halte ich es für einen bürokratischen Alptraum und für ein medizinisches Desaster. …

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SZENE

Corona hat das gesellschaftliche Leben für nahezu eineinhalb Jahre lahmgelegt. Aber Rettung scheint in Sicht. Die ersten „Save-The-Dates“ und gar Einladungen für den Herbst sind bereits versendet. Das macht Hoffnung. Bis dahin bleibt Ihnen und uns nichts Anderes übrig, als in schönen Erinnerungen zu schwelgen.

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POLITISCHE ANALYSE

Sektorenübergreifende Versorgung – eine Einordung

Dr. Matthias Gruhl

Dr. Matthias Gruhl

Sieht man von den tagesaktuellen, meist Corona-bedingten Themen und den üblichen rückblickenden Analysen auf das Geschehen der letzten Legislaturperiode im Gesundheitswesen ab, dominiert in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte die Positionierung für die nächste Legislaturperiode. Dabei werden vorrangig die finanziellen Perspektiven für die gesetzliche Krankenversicherung, die Notwendigkeit einer grundlegenden Krankenhausreform und die weitere Digitalisierung benannt. Ebenso häufig finden sich Bekenntnisse zum Aus- und Aufbau einer sektorenübergreifenden Versorgung. So weit, so konsensual. Aber hinter dem Begriff einer „sektorenübergreifenden Versorgung“ (süV) werden völlig unterschiedliche Erwartungen, teilweise in Form eher grundlegender Vorstellungen, teilweise aber auch bereits in detaillierter Ausarbeitung, subsumiert. Es ist von daher an der Zeit, diese Vielfalt etwas zu ordnen und zu kategorisieren, um mehr Klarheit über das Gewollte herzustellen.

 

Ein Potpourri von Ideen und Schlagwörtern

Der Blick zurück auf die ausgehende Legislaturperiode und eine Auswertung der verschiedenen Parteiprogramme für die kommende Bundestagswahl zeigen, dass das Spektrum der Vorstellungen, wo, wie und was als sektorenübergreifende Versorgung erreicht werden kann, weit auseinanderliegen. Im Koalitionsvertrag 2018 wurde Wert daraufgelegt, die unterschiedlichen Grundlagen (von der Finanzierung über die Dokumentation …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Neue Evidenz für Intermediate Care Stationen: Chancen nutzen – Risiken vermeiden

In Zeiten von steigenden Kapazitätsauslastungen auf deutschen Intensivstationen stellt sich zunehmend die Frage nach einer bedarfsgerechten Versorgung für Intensivpatienten. Hohe Personalschlüssel müssen für die Betreuung von Intensivpatienten vorgehalten werden. Eine Aufgabe, die angesichts des herrschenden Pflegepersonalmangels schwierig zu bewältigen ist. Krankenhäuser sind dazu übergegangen, neben Intensivstationen und Normalstationen einen dritten Stationstyp einzuführen. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „Intermediate Care Station“ (IMC-Station), auf die Intensivpatienten mit einem weitreichend stabilen Gesundheitszustand überwiesen werden können, bevor sie auf eine Normalstation verlegt werden. Damit gelingt es Krankenhäusern, Intensivpatienten eine bedarfsorientierte Versorgung zu ermöglichen und medizinische Personalressourcen gezielter einzusetzen. Eine groß angelegte Studie [1] untersucht, welche Chancen und Risiken die Überweisung von einer Intensivstation auf eine IMC-Station für Intensivpatienten tatsächlich hat und kommt in diesem Zusammenhang auch zu wertvollen Erkenntnissen für Notfallpatienten.   

Intensivstationen und Normalstationen gehören zu den grundlegenden Bestandteilen in …

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MANAGEMENT/Trends

Die unendliche Geschichte zum RSA

Dr. Robert Paquet

Mit dem Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) vom 22. März 2020 schien das jahrelange Hickhack zwischen den Kassen(arten) um den RSA beendet zu sein. Durch die Ergänzung der vollständigen Morbiditätsorientierung mit mehreren Kompromiss-Elementen (Regionalkomponente, Risikopool, Manipulationsbremse etc.) wurde ein fairer Ausgleich angestrebt. Doch im Untergrund rumort es weiter. Zum Beispiel bemühen sich die AOKen, die durch die Regionalkomponente belastet werden, um deren Abschaffung etc. Aber auch jenseits der Revisionsbemühungen zum FKG gibt es zunehmende Unsicherheiten. Vor allem die sogenannte Manipulationsbremse erschwert die mittelfristige Finanzplanung. Und dann kommt auch noch der Einfluss von Corona hinzu.

 

Vorgeschichte und aktuelle Änderungsdiskussion

Am 1. April 2020 ist das Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) in Kraft getreten. Durch das Gesetz sollte der RSA mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der Manipulationsresistenz weiterentwickelt werden. Im Zentrum …

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autor_Prof. Dr. med. Paolo Fornara
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autor_Prof. Dr. Stephan Schmitz
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autor_Dipl.-Pol. Benjamin Berndt
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autor_Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat
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