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Unser Konzept

KOMMENTAR

Nikolaus Huss

Vorsorge und Prävention als neue Leitidee. Bessere Zusammenarbeit der Gesundheitsakteure, eine Aufwertung der nichtärztlichen Gesundheitsberufe, eine Weiterentwicklung der Klinikhonorierung. Und keine Bürgerversicherung. Das Sondierungspapier benennt Baustellen in der Versorgungslandschaft, bleibt aber vage, was die Wege angeht. Eine Neuausrichtung des Gesundheitssystems muss neu gedacht werden. Dafür müssen jetzt einige Weichen neu gestellt werden kann, damit in den kommenden zehn Jahren etwas Neues entstehen kann. Einige Überlegungen dazu.

Unsere Gesundheitspolitik denkt statisch. Die Wirklichkeit ist dynamisch! Die Sozialgesetzgebung beschreibt die Rollen eineindeutig und abgeschlossen. Die Aufsicht kontrolliert Ein- und Ausgaberechnungen. Und eine im G-BA institutionalisierte Selbstverwaltung fasst Gruppeninteressen zusammen und schickt sie in lange Verhandlungsrunden: Bewirtschaftung des Status Quo von oben nach unten. Veränderungen gibt es nur, wenn jeweils die Hälfte aller Bestandsinteressen Berücksichtigung findet.

 

Gesundheitsbranche weiter als die Politik

Um das Gesundheitsministerium, so können wir den Zeitungen entnehmen, reißt sich niemand. Der Schätzerkreis prognostiziert für 2022 ein Kassendefizit von 6 Mrd. €, manche sprechen sogar von 16 Mrd. Euro, Spahns Digitalisierungspolitik hat zwar punktuelle Bewegung gebracht, aber gemeinsam mit Corona wurden die Rücklagen geplündert. Jetzt gilt es, die Krise als Chance zu betrachten.

Die Gesundheitsbranche ist weiter als die Politik. Die Politik sollte …

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POLITISCHE ANALYSE

Gesundheitsberufe in der 20. Legislaturperiode

Sabine Rieser

Sabine Rieser

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Modernisierung der Gesundheitsberufe in der zurückliegenden Legislaturperiode vorangetrieben, vor allem in der ersten Hälfte. Doch für Spahns Nachfolger bzw. Nachfolgerin und die Gesundheitspolitiker der nächsten Koalition bleibt noch viel zu tun. Sie müssen vor allem die Punkte konsequent abarbeiten, die im „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“ aufgelistet wurden. Zwar wurden einige Ausbildungsreformen formal zu Ende geführt. Doch sie haben Schwächen. Unvollendete Vorhaben wie die Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung oder der Berufsgesetze der Heilmittelerbringer muss eine neue Spitze des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu Ende bringen. Auch ausgesparte, aber für die Gesundheitsberufe relevante Themen wie die Überarbeitung des Heilpraktikerrechts gehören auf die Agenda.  

 

Reformbilanz 19. Legislaturperiode

Von A wie Anästhesietechnischer Assistent über H wie Hebamme und M wie Medizinische Technologin (MT) bis Z wie Zahnarzt: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der 19. Legislaturperiode Ernst gemacht mit der Umsetzung des Koalitionsvertrags. Union und SPD hatten darin der Weiterentwicklung aller Gesundheitsberufe einen eigenen Unterpunkt gewidmet. Sie hatten sich vorgenommen, die Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe neu zu justieren und den Gesundheitsfachberufen mehr Verantwortung zu übertragen. Und: Sie wollten …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Image ist ein entscheidender Faktor für die Versorgungsqualität in Pflegeheimen

Deutschland steht vor der Herausforderung, dem zunehmenden Anstieg an Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren gerecht zu werden. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach der Verfügbarkeit von ausreichend Pflegeplätzen, sondern auch nach der Entwicklung und Gewährleistung einer angemessenen Versorgungsqualität in Pflegeheimen. Durch die zunehmende Nachfrage und hohe Auslastung in Pflegeheimen wird sich die Wettbewerbsdynamik am Pflegemarkt verändern. Es steht daher die Überlegung im Raum, dass durch die zunehmende Nachfrage nach Pflegeplätzen ein reduzierter Wettbewerb unter den Pflegeheimen entsteht, der die Versorgungsqualität in der Pflege verschlechtert. Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig, welchen Effekt der Wettbewerb auf die Versorgungsqualität von Pflegeheimen hat und gibt wertvolle Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Qualitätskontrollen in der Praxis.     

Der Pflegeheimsektor ist durch einige Besonderheiten gekennzeichnet, die ihn von anderen Industriezweigen abgrenzen. Die Qualität der Pflege ist (i) oft erst nach …

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MANAGEMENT/Trends

Die unendliche Geschichte zum RSA

Dr. Robert Paquet

Mit dem Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) vom 22. März 2020 schien das jahrelange Hickhack zwischen den Kassen(arten) um den RSA beendet zu sein. Durch die Ergänzung der vollständigen Morbiditätsorientierung mit mehreren Kompromiss-Elementen (Regionalkomponente, Risikopool, Manipulationsbremse etc.) wurde ein fairer Ausgleich angestrebt. Doch im Untergrund rumort es weiter. Zum Beispiel bemühen sich die AOKen, die durch die Regionalkomponente belastet werden, um deren Abschaffung etc. Aber auch jenseits der Revisionsbemühungen zum FKG gibt es zunehmende Unsicherheiten. Vor allem die sogenannte Manipulationsbremse erschwert die mittelfristige Finanzplanung. Und dann kommt auch noch der Einfluss von Corona hinzu.

 

Vorgeschichte und aktuelle Änderungsdiskussion

Am 1. April 2020 ist das Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) in Kraft getreten. Durch das Gesetz sollte der RSA mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der Manipulationsresistenz weiterentwickelt werden. Im Zentrum …

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autor_Dr. Dominik von Stillfried
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