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Unser Konzept

KOMMENTAR

Jens Bussmann

Franz Knieps

Die Corona-Pandemie ist leider noch nicht überstanden, und dennoch wird an vielen Stellen der Republik schon über die Lehren aus der Pandemie diskutiert. Sicherlich ist in den letzten eineinhalb Jahren – und auch davor – nicht alles rund gelaufen. In der Krankenhausversorgung gibt es dennoch sehr positive Erfahrungen und Entwicklungen, die integraler Bestandteil zukünftiger Versorgungsstrukturen bzw. eines Leitbildes werden sollten.

In der ersten Welle der Pandemie haben sich mit Blick auf die erwarteten stationären COVID-Fallzahlen vielerorts Krankenhäuser einer Region ad hoc abgestimmt, um die vorhandenen regionalen Versorgungskapazitäten bestmöglich zu nutzen. Dabei wurde die Rolle der einzelnen Akteure entsprechend ihrer Versorgungskompetenzen und -kapazitäten festgelegt. Als zentral bei diesen regionalen Versorgungsnetzwerken hat sich das gestufte, abgestimmte Vorgehen in der Versorgung gezeigt.

Es entstanden regionale, stationäre Netzwerke, in denen ferner Universitätsklinika oder Maximalversorger als zentrale Koordinatoren fungiert haben. Darüber hinaus wurde in diesen Netzwerken die Expertise der Universitätsmedizin in relevanten Fächern wie Intensivmedizin, Epidemiologie und Virologie geteilt. So konnten Versorgungsengpässe oder unnötige Verlegungen von Patientinnen und Patienten vermieden und eine bestmögliche und effiziente Patientenversorgung unter den besonderen Herausforderungen der Pandemie gewährleistet werden.

 

Erfahrungen verstetigen

Diese positiven Entwicklungen aus der laufenden Pandemie dürfen nicht …

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POLITISCHE ANALYSE

Enquête-Kommission wäre der richtige Weg

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

Die Bemühungen um eine systematische Aufarbeitung der in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen sind nicht sehr ausgeprägt. Die Diskussion um gesetzgeberische und organisatorische Konsequenzen erfolgt stets punktuell und ist von tagesaktuellen Interessen bestimmt. Seit einem halben Jahr macht sich zunehmend der Bundestagswahlkampf bemerkbar: Die Vorschläge lösen sich immer mehr von der Sache und orientieren sich an den vermuteten Wünschen bestimmter Wählergruppen.

 

Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, dass der (überwiegend schön gefärbte) Bericht der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 19/31175), der mit Stand von Mitte März erst im Juni veröffentlicht wurde, in der Öffentlichkeit praktisch nicht zur Kenntnis genommen wurde. Auch die im Infektionsschutzgesetz eingeforderte „Evaluation“ durch ein unabhängiges Sachverständigengremium wird in maximal drei Monaten Arbeitszeit bis zum Jahresende nichts Kohärentes zustande bringen. Einen zielführenden Vorschlag machen dagegen Politik-Experten des Berliner Wissenschaftszentrums[1]: Der nächste Deutsche Bundestag soll eine Enquête-Kommission mit dieser Aufgabe einsetzen. Sie soll mit genügend Zeit und einer angemessenen Ausstattung die Erfahrungen aufarbeiten und Vorschläge für die Zukunft machen.

 

1. Bericht der Bundesregierung nach § 4 Abs. 1a des Infektionsschutzgesetzes

Schon im …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Image ist ein entscheidender Faktor für die Versorgungsqualität in Pflegeheimen

Deutschland steht vor der Herausforderung, dem zunehmenden Anstieg an Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren gerecht zu werden. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach der Verfügbarkeit von ausreichend Pflegeplätzen, sondern auch nach der Entwicklung und Gewährleistung einer angemessenen Versorgungsqualität in Pflegeheimen. Durch die zunehmende Nachfrage und hohe Auslastung in Pflegeheimen wird sich die Wettbewerbsdynamik am Pflegemarkt verändern. Es steht daher die Überlegung im Raum, dass durch die zunehmende Nachfrage nach Pflegeplätzen ein reduzierter Wettbewerb unter den Pflegeheimen entsteht, der die Versorgungsqualität in der Pflege verschlechtert. Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig, welchen Effekt der Wettbewerb auf die Versorgungsqualität von Pflegeheimen hat und gibt wertvolle Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Qualitätskontrollen in der Praxis.     

Der Pflegeheimsektor ist durch einige Besonderheiten gekennzeichnet, die ihn von anderen Industriezweigen abgrenzen. Die Qualität der Pflege ist (i) oft erst nach …

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MANAGEMENT/Trends

Die unendliche Geschichte zum RSA

Dr. Robert Paquet

Mit dem Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) vom 22. März 2020 schien das jahrelange Hickhack zwischen den Kassen(arten) um den RSA beendet zu sein. Durch die Ergänzung der vollständigen Morbiditätsorientierung mit mehreren Kompromiss-Elementen (Regionalkomponente, Risikopool, Manipulationsbremse etc.) wurde ein fairer Ausgleich angestrebt. Doch im Untergrund rumort es weiter. Zum Beispiel bemühen sich die AOKen, die durch die Regionalkomponente belastet werden, um deren Abschaffung etc. Aber auch jenseits der Revisionsbemühungen zum FKG gibt es zunehmende Unsicherheiten. Vor allem die sogenannte Manipulationsbremse erschwert die mittelfristige Finanzplanung. Und dann kommt auch noch der Einfluss von Corona hinzu.

 

Vorgeschichte und aktuelle Änderungsdiskussion

Am 1. April 2020 ist das Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) in Kraft getreten. Durch das Gesetz sollte der RSA mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der Manipulationsresistenz weiterentwickelt werden. Im Zentrum …

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autor_Birgit Fischer
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