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Unser Konzept

KOMMENTAR

Andreas Gerber

In der Medizin herrscht Aufbruchstimmung. Enorme wissenschaftliche Fortschritte und Erkenntnisgewinne, etwa in den Bereichen Molekulargenetik oder Mikrobiomforschung, lassen uns die Mechanismen von Erkrankungen immer besser verstehen. Die zunehmende Digitalisierung ermöglicht die Auswertung riesiger Datenmengen und kann unterschiedliche Akteure über Silogrenzen hinweg vernetzen. Nicht zu vergessen: Neue Technologien helfen uns, immer tiefer in die komplexen biochemischen Wechselwirkungen im menschlichen Körper vorzudringen. All das versetzt uns in die Lage, Erkrankungen immer früher zu erkennen, zu verstehen und gezielt zu behandeln.

Doch auch, wenn wir künftig verstärkt auf molekularer Ebene ansetzen und Tumore mithilfe von z.B. CAR-T-Zellen bekämpfen: Wir kommen, zumindest bei progressiven Erkrankungen, zu spät. Der Tumor hat sich gebildet, bei der Alzheimer Demenz ist das Gehirn bereits irreversible geschädigt. Dabei können wir individuelle Veränderungen schon heute nachweisen, lange bevor sich die Erkrankung in ihrem Vollbild zeigt, bei der Alzheimer-Demenz beispielsweise mehr als zehn Jahre vor den ersten kognitiven Beeinträchtigungen. Auch viele Krebserkrankungen können über Jahre unbemerkt verlaufen. Wir bei Janssen sehen die realistische Chance, Erkrankungen aufzuhalten, bevor erste Symptome auftreten. Diesen Ansatz nennen wir Disease Interception.

 

Das „Interception Window“ nutzen

Disease Interception sieht vor, Menschen mit einem besonders hohen Erkrankungsrisiko mithilfe von Biomarkern zu …

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IN EIGENER SACHE

Observer Gesundheit unter britischer Beobachtung

Als die Agentur für Gesundheitspolitische Information am 16. Oktober 2017 die Wort-/Bildmarke Observer Gesundheit beim Deutschen Patent- und Markenamt in München zur Eintragung anmeldete, ahnte niemand, welche Turbulenzen mit diesem Antrag verbunden sein würden. Am 10. November 2017 schickte uns das Markenamt die notwendige Urkunde der Bundesrepublik Deutschland: Die Marke Observer Gesundheit war unter der Nummer 30 2017 026 538 gesichert. Die Anmeldung lief bis dahin reibungslos, die Angelegenheit „Markeneintragung“ konnte zu den Akten gelegt werden. Dies war eine grobe Fehleinschätzung.

 

Guardian News & Media Limited sieht Markenrechte verletzt

Kurz vor Ablauf der Frist, innerhalb der gegen die Eintragung einer Marke Widerspruch eingelegt werden kann, meldete sich eine Rechtsanwaltskanzlei, die in der Königsallee in …

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POLITISCHE ANALYSE

NRW-Krankenhausplanung: Jetzt kommt’s drauf an!

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

In einem kürzlich vorgelegten Gutachten wird eine Bestandsaufnahme der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorgenommen. Dabei werden für die aktuelle Situation, aber auch für die Bedarfsprognose bis 2032 starke Anzeichen für Überkapazitäten und Qualitätsprobleme festgestellt. Empfohlen wird der Übergang zu einer leistungsorientierten Planung mit einer Vielzahl von Verhandlungsschritten und regulatorischen Maßnahmen. Die Gutachter unterschätzen allerdings die politischen Konflikte, die den strategischen Umbau der Planung begleiten würden. Es ist offen, ob die Kraft der Landesregierung für die Umsetzung dieses Projektes reichen wird.

 

Minister Laumann stützt Kritik und Vorschlag der Experten

Die seit 2017 in Nordrhein-Westfalen amtierende Landesregierung (CDU/FDP) ist in der Gesundheitspolitik ehrgeizig gestartet. Minister Laumann hat schon kurz nach seinem Amtsantritt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Krankenhausplanung auf eine konzeptionell neue Grundlage stellen soll. Das mit Spannung erwartete Werk wurde am 12. September in Düsseldorf präsentiert[1]. Dabei hat sich Laumann mit ungewöhnlich klaren Worten wichtige Feststellungen des Gutachtens zu eigen gemacht. Zum Beispiel die Kritik an der Behandlungsqualität: Rund 53 Prozent aller Prothesen für Kniegelenke seien in Krankenhäusern mit weniger als …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Optimierungspotenzial in der Terminfindung

Ein zeitnaher Termin beim Arzt. Wer wünscht sich das nicht? Um Patienten lange Wartezeiten zu ersparen, haben Wissenschaftler [1] ein offenes Terminvereinbarungssystem [OT-System] entwickelt und implementiert. Hierbei erhalten Patienten nach Möglichkeit noch am selben Tag einen Arzttermin, wobei die Behandlung von einem Ärzteteam durchgeführt wird. Ein Termin bei dem regulären Arzt kann durch das OT-System nicht gewährleistet werden, da ein schneller Zugang zur Versorgung im Fokus steht. Doch sind wirklich alle Patienten mit dieser sofortigen Terminvereinbarung unter den gegebenen Bedingungen einverstanden? Eine Studie [2] aus den USA untersucht erstmalig patientenbezogene Präferenzen zu einem OT-System, um Optimierungspotenziale in der Terminfindung herauszuarbeiten.  

Das Prinzip eines OT-Systems unterscheidet sich von den traditionellen Arztbesuchen im ambulanten Sektor, wo Patienten bei gesundheitlichen Beschwerden mit oder ohne vorherige Terminabsprache zu ihrem Arzt in die Praxis kommen und unter Umständen eine lange Wartezeit in Kauf …

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MANAGEMENT/Trends

Biosimilars – ein noch zu hebender Schatz?

Prof. Dr. Eva Susanne Dietrich

Die Preisstruktur biologischer Arzneimittel stellt Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen. Ähnlich wie seinerzeit bei den Small Molecules und deren Generika erhofft man sich von Biosimilars eine massive Downregulierung der Preise. Die Erwartungen an die Einsparungen wurden jedoch vielerorts noch nicht erfüllt. Die folgende Tour d’horizon durch die internationale Regulierungslandschaft zeigt, dass die verschiedenen Länder unterschiedlich robust vorgehen, wenn es darum geht, die Biosimilarquoten zu erhöhen und Effizienzreserven zu realisieren. Aufgrund der Polypragmasie sind dabei die Effekte der einzelnen Maßnahmen schwer zu beurteilen. Zumindest kurzfristig können Länder mit starker staatlicher Intervention die größten Erfolge erzielen. Dass ein relativ freier Wettbewerb langfristig zu größeren Einsparungen führt, wird vielfach beschworen. Entsprechende Erkenntnisse liegen jedoch (noch) nicht vor und werden angesichts der aktuell massiven Interventionen auch mittelfristig nur in begrenztem Umfang verfügbar sein. Viele Staaten haben sich vielmehr hohe Biosimilarquoten und Einsparungen auf die …

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autor_Dr. Michael Meister
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autor_Dr. jur. Sebastian Bretthauer
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