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Unser Konzept

KOMMENTAR

Maria Klein-Schmeink

Deutschland ist wirklich genügsam geworden. Es begnügt sich bei der Digitalisierung seines Gesundheitswesens offensichtlich mit einem DVG, das vor allem Fassaden errichtet. Das ist bedauerlich, denn 2015 ist nach der Verabschiedung des sicher unvollkommenen eHealh-Gesetzes Aufbruchsstimmung entstanden. Das Gesetz wurde als Weckruf des Gesetzgebers aufgefasst: Die Zeit der politisch zumindest geduldeten, wenn nicht sogar unterstützen digitalen Stagnation im deutschen Gesundheitswesen sollte endlich beendet werden. Diese Erwartung wurde nun mit dem DVG enttäuscht – jedenfalls für die, die Digitalisierung nicht als Selbstzweck betrachten, sondern als Instrument, um unser Gesundheitswesen zu verbessern.

Dies liegt z.T. an den einzelnen Regelungen selbst, von denen z.B. die Reform der Forschungsdateninfrastruktur erneut vermeidbare Kritik bezogen auf den Datenschutz auf sich zog, die dann von den Regierungsfraktionen mit einem Änderungsantrag aufgenommen wurde.

Es liegt auch an dem, was nicht in dem Gesetz steht. Es fehlt schlichtweg an wichtigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Digitalisierung unseres Gesundheitswesens. Es gibt keine Strategie, es ist keine Institution sichtbar, die eine solche Strategie gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern entwickeln und umsetzen könnte, es fehlt an nützlichen Rahmenbedingungen für Interoperabilität usw.

 

Viel Fassade im DVG – Beispiel App auf Rezept

Natürlich gehört zur Digitalisierung …

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IN EIGENER SACHE

Observer Gesundheit unter britischer Beobachtung

Als die Agentur für Gesundheitspolitische Information am 16. Oktober 2017 die Wort-/Bildmarke Observer Gesundheit beim Deutschen Patent- und Markenamt in München zur Eintragung anmeldete, ahnte niemand, welche Turbulenzen mit diesem Antrag verbunden sein würden. Am 10. November 2017 schickte uns das Markenamt die notwendige Urkunde der Bundesrepublik Deutschland: Die Marke Observer Gesundheit war unter der Nummer 30 2017 026 538 gesichert. Die Anmeldung lief bis dahin reibungslos, die Angelegenheit „Markeneintragung“ konnte zu den Akten gelegt werden. Dies war eine grobe Fehleinschätzung.

 

Guardian News & Media Limited sieht Markenrechte verletzt

Kurz vor Ablauf der Frist, innerhalb der gegen die Eintragung einer Marke Widerspruch eingelegt werden kann, meldete sich eine Rechtsanwaltskanzlei, die in der Königsallee in …

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POLITISCHE ANALYSE

NRW-Krankenhausplanung: Jetzt kommt’s drauf an!

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

In einem kürzlich vorgelegten Gutachten wird eine Bestandsaufnahme der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorgenommen. Dabei werden für die aktuelle Situation, aber auch für die Bedarfsprognose bis 2032 starke Anzeichen für Überkapazitäten und Qualitätsprobleme festgestellt. Empfohlen wird der Übergang zu einer leistungsorientierten Planung mit einer Vielzahl von Verhandlungsschritten und regulatorischen Maßnahmen. Die Gutachter unterschätzen allerdings die politischen Konflikte, die den strategischen Umbau der Planung begleiten würden. Es ist offen, ob die Kraft der Landesregierung für die Umsetzung dieses Projektes reichen wird.

 

Minister Laumann stützt Kritik und Vorschlag der Experten

Die seit 2017 in Nordrhein-Westfalen amtierende Landesregierung (CDU/FDP) ist in der Gesundheitspolitik ehrgeizig gestartet. Minister Laumann hat schon kurz nach seinem Amtsantritt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Krankenhausplanung auf eine konzeptionell neue Grundlage stellen soll. Das mit Spannung erwartete Werk wurde am 12. September in Düsseldorf präsentiert[1]. Dabei hat sich Laumann mit ungewöhnlich klaren Worten wichtige Feststellungen des Gutachtens zu eigen gemacht. Zum Beispiel die Kritik an der Behandlungsqualität: Rund 53 Prozent aller Prothesen für Kniegelenke seien in Krankenhäusern mit weniger als …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Optimierungspotenzial in der Terminfindung

Ein zeitnaher Termin beim Arzt. Wer wünscht sich das nicht? Um Patienten lange Wartezeiten zu ersparen, haben Wissenschaftler [1] ein offenes Terminvereinbarungssystem [OT-System] entwickelt und implementiert. Hierbei erhalten Patienten nach Möglichkeit noch am selben Tag einen Arzttermin, wobei die Behandlung von einem Ärzteteam durchgeführt wird. Ein Termin bei dem regulären Arzt kann durch das OT-System nicht gewährleistet werden, da ein schneller Zugang zur Versorgung im Fokus steht. Doch sind wirklich alle Patienten mit dieser sofortigen Terminvereinbarung unter den gegebenen Bedingungen einverstanden? Eine Studie [2] aus den USA untersucht erstmalig patientenbezogene Präferenzen zu einem OT-System, um Optimierungspotenziale in der Terminfindung herauszuarbeiten.  

Das Prinzip eines OT-Systems unterscheidet sich von den traditionellen Arztbesuchen im ambulanten Sektor, wo Patienten bei gesundheitlichen Beschwerden mit oder ohne vorherige Terminabsprache zu ihrem Arzt in die Praxis kommen und unter Umständen eine lange Wartezeit in Kauf …

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MANAGEMENT/Trends

Digitalisierung ist auch eine Kulturfrage

Prof. Dr. Volker Möws

Das neue Buch „Zukunft der Gesundheit – vernetzt, digital, menschlich“ soll als Impulsgeber für Entscheider aus Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen dienen. Mit einem klaren Ziel: Eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung zu erreichen.

Die Strukturen im deutschen Gesundheitswesen werden sich in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als in den 100 Jahren zuvor. Wie die Elektrizität zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Leben der Menschen grundlegend verändert hat, wird dies jetzt die Digitalisierung tun. Die 32 Autorinnen und Autoren des Buches, das von TK-Chef Dr. Jens Baas, herausgegeben wurde, leisten dazu einen Beitrag und stellen sich dem Anspruch, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn formuliert hat: „Die Digitalisierung muss eigentlich bei allen Vorhaben mitgedacht werden.“

In dem Buch geht es um die weitreichendste Umgestaltung unseres Gesundheitssystems seit der Erfindung von Stethoskop oder Röntgentechnik. Diese Instrumente haben die Grundlage für überlegenes Wissen …

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autor_Dr. Markus Frick
Dr. Markus Frick
autor_Vera Lux
Vera Lux
autor_Dr. Josef Düllings
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autor_Dr. Kai Joachimsen
Dr. Kai Joachimsen
autor_Maria Klein-Schmeink MdB
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autor_Prof. Dr. Ludwig Kuntz
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autor_Dr. Bettina Bauer
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autor_Karin Maag MdB
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autor_Franz Knieps
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autor_Dr. Timm Genett
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autor_Benedikt Waldherr
Benedikt Waldherr
autor_Univ.-Prof. Dr. Jürgen Wasem
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