briefIcon

Unser Konzept

KOMMENTAR

Dr. Stefan Etgeton

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert; es wurde durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts direkt aus den Grundgesetzartikeln zur Würde des Menschen und zum Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit abgeleitet. Informationen über die eigene Gesundheit gehören zweifelsohne zu den sensibelsten personenbezogenen Daten und unterliegen daher besonders hohen Schutzanforderungen. Beim Thema „Gesundheit“ ist aber auch ein anderes relevantes Schutzgut der Verfassung zu berücksichtigen: die körperliche Unversehrtheit.

Um sie, d.h. die Gesundheit der Einzelnen, zu schützen, gilt gewissermaßen ein Gebot der umfassenden, verantwortungsbewussten Datennutzung und ein Recht darauf, dass möglichst keine relevanten Informationen verloren gehen. Regelungen – egal, ob in der analogen oder digitalen Versorgungswelt – müssen immer abwägen zwischen diesen beiden Ansprüchen.

 

Abwägungslast wird delegiert

Hierzulande wird diese Abwägungslast meist an die Bürgerinnen und Bürger selbst delegiert. Der informationellen Selbstbestimmung sei am ehesten zu genügen, indem das Recht auf Datennutzung möglichst bei jedem einzelnen Zugriff an die ausdrückliche Zustimmung der jeweils Betroffenen gebunden bleibe. So kam es zur Konzeption der elektronischen Patientenakte (ePA), wie sie derzeit gilt, als Einwilligungskaskade: Von der Einrichtung über die Befüllung bis hin zur Nutzung muss jeder Zugriff einzeln vom Versicherten gestattet werden. Den …

Mehr lesen
Alle Kommentare ansehen

IN EIGENER SACHE

Ausgewogene weitere Verhandlung um „Observer Gesundheit“ vor dem Bundespatentgericht

Der Kampf um unsere Marke „Observer Gesundheit“ geht weiter im Streit mit dem Guardian. Nach unserer aktuellen Verhandlung am 10. Mai vor dem Bundespatentgericht sind wir zuversichtlich, dass der Prozess ausgewogen verläuft. Die zweistündige zweite mündliche Verhandlung gibt uns sogar Anlass zur Freude. Das Gericht nimmt sich ausreichend Zeit zur Diskussion der Streitpunkte auf Augenhöhe mit den Engländern.

Der zuständige 28. Senat des Bundespatentgerichts ist im Vergleich zu der Verhandlung, die am 25. Januar 2022 stattgefunden hat, nicht mehr wiederzuerkennen: keine kurze Verhandlung mit knapper Begründung zugunsten der Briten mehr.

Wie bereits berichtet, ist unsere Wort-/Bildmarke „Observer Gesundheit“ einem Angriff aus England ausgesetzt. Die internationale Firma Guardian News & Media Limited mit Sitz in London ist der Auffassung, …

Mehr lesen

POLITISCHE ANALYSE

Eiertänze, Widersprüche, und was wir schon alle wussten

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

Vor rund vier Wochen hat der Sachverständigenausschusses nach § 5 Abs. 9 Infektionsschutzgesetzes (IfSG) seinen Bericht zur „Evaluation der Rechtsgrundlagen und Maßnahmen der Pandemiepolitik“ vorgelegt[1]. Über die spröden Botschaften des „Executive Summary“ hinaus wurde öffentlich daraus bisher wenig zur Kenntnis genommen. Dabei sind die Klagen der Evaluationskommission über eine unzureichende Datenlage beim Pandemie-Monitoring bzw. ihre Vorschläge zu einem besseren Datenmanagement weitgehend Konsens, jedenfalls unter Fachleuten. Ob die Politik daraus irgendwelche Konsequenzen zieht, ist dagegen offen; sie lässt sich bekanntlich ungern auf der Basis harter Daten „evaluieren“. Dann hat sich die Kommission aber auch zum Thema Risikokommunikation geäußert und vollführt einen bemerkenswerten Eiertanz zwischen Alarmierung und Beruhigung der Bevölkerung.

Am wenigsten ergiebig ist das eigentliche Kernkapitel des Berichts zur Bewertung der „Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie“. Hier bringt die Kommission zwar eine wohlabgewogene Diskussion zum Kenntnisstand bei einzelnen Interventionen. Sie geht aber im Erkenntniswert kaum über das allgemein Bekannte hinaus. Das mangelhafte Pandemie-Monitoring und die schlechte Datenlage lassen mehr auch nicht zu. Am spannendsten ist jedoch der letzte Teil zu den rechtlichen Aspekten, der wohl den größten Einfluss …

Alle politischen Analysen ansehen Mehr lesen

MANAGEMENT/Wissenschaft

Digitalisierung reduziert soziale Ungleichheit

Bewegungen wie „Black Lives Matter“ führen uns immer wieder vor Augen, dass die soziale Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen immer noch ein Thema ist in unserer heutigen Zeit. Auch in der Gesundheitsversorgung macht die soziale Ungleichheit nicht halt. Die Forderungen nach Maßnahmen, um diese Missstände zu beseitigen, sind allgegenwärtig. Eine Studie von Ganju et al.[1] untersucht, ob soziale Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung mit der Hilfe von Digitalisierung verringert werden können.

Die Digitalisierung schreitet im Gesundheitswesen immer weiter voran. Beispielsweise können mit der elektronischen Patientenakte zentrale Patienteninformationen sektorenübergreifend ausgetauscht und eingesehen werden. Eine Vielzahl an Studien konnte den Nutzen der elektronischen Patientenakte nachweisen, wie z.B. die Reduzierung von Kosten, Medikationsfehlern oder Komplikationen. Durch die elektronische Patientenakte können weitere wertvolle Tools genutzt werden. Ein Beispiel hierfür sind Systeme zur Unterstützung von klinischen Entscheidungen, so genannte Clinical Decision Support-Systeme (Abkürzung: CDS-Systeme). …

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen

MANAGEMENT/Trends

Statistiken im Gesundheitswesen: Gesundheitspersonalrechnung

Ines Niehaus

Welche frei verfügbaren Datensätze über das deutsche Gesundheitswesen gibt es eigentlich, und wofür kann man diese verwenden? Mit den neuen Beiträgen zu Statistiken im Gesundheitswesen geben wir Antworten auf diese Fragen. Wir zeigen in unserer neuen, losen Serie ausgewählte Datensätze, geben Inspirationen für mögliche Datenauswertungen, decken Trends im Gesundheitswesen auf und eröffnen einen kurzen verständlichen Einblick in die statistische Erhebungsmethodik. Mit diesem Wissen ist es möglich, bei nächster Gelegenheit diese Datensätze für ausgewählte Fragestellungen zu nutzen. Heute: Gesundheitspersonalrechnung.

 

Der verwendete Datensatz

Datenquelle Gesundheitspersonalrechnung
Datenhalter

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen
autor_Jens Naumann
Jens Naumann
autor_Ulrich Weigeldt
Ulrich Weigeldt
autor_Stefanie Heiß
Stefanie Heiß
autor_Jens Martin Hoyer
Jens Martin Hoyer
autor_Knut Mager
Knut Mager
autor_Hilde Mattheis
Hilde Mattheis
autor_Josef Rief MdB
Josef Rief MdB
autor_Dr. Markus Frick
Dr. Markus Frick
autor_Prof. Dr. Ludwig Kuntz
Prof. Dr. Ludwig Kuntz
autor_Dr. Andreas Gassen
Dr. Andreas Gassen
autor_Kai Klose
Kai Klose
autor_Dr. Christiane Wessel
Dr. Christiane Wessel
Videobanner Playbutton Videoteaser