briefIcon

Unser Konzept

KOMMENTAR

Dr. Hans-Georg Feldmeier

Forschung in der Wirtschaft funktioniert im Allgemeinen nicht auf Knopfdruck durch staatliche Innovationsförderung. Und nicht in allen Branchensegmenten ist sie gleichermaßen sinnvoll. Natürlich brauchen gerade Startups gezielte Anschubfinanzierung, die bis zur Translation auf nährbaren Boden fallen muss. Forschung und Entwicklung (F&E) in bereits etablierten Firmen läuft dagegen anders. Hier trägt der Unternehmer bewusst Kosten und Risiken selbst und benötigt keine an Ziele gebundene finanzielle staatliche Unterstützung. Viel wichtiger sind ihm verlässliche politische und formale Rahmenbedingungen, damit sich die Investitionen in F&E auszahlen. Ein angemessenes Return of Investment (ROI) ist für innovierende Pharma-Firmen immer noch die beste Forschungsförderung. Leider gibt es hierzulande sowohl bei Innovationen auf Basis neuer als auch auf Basis bewährter Wirkstoffe immer noch hohe Hürden. Das Preismoratorium, das AMNOG und das Festbetragssystem sind nur einige Beispiel.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie wissen wir, dass innovative Arzneimittel sowohl medizinisch als auch gesellschaftlich dringend notwendig sind. Und staatliche Anreize können von Fall zu Fall auch sinnvoll sein. F&E von Arzneimitteln ist extrem kostenintensiv, risikoreich und zeitlich aufwendig, Von 10.000 möglichen Wirkstoffkandidaten schafft es oft nur ein einziger als Arzneimittel in die Versorgung, es ist also die Suche der Stecknadel im Heuhaufen. Da reicht es beispielsweise nicht, wenn die …

Mehr lesen
Alle Kommentare ansehen

POLITISCHE ANALYSE

Integrierte Versorgung vor Drohkulisse

Dr. Robert Paquet

Dr. Robert Paquet

„Gesundheitsregionen – Aufbruch für mehr Verlässlichkeit, Kooperation und regionale Verankerung in unserer Gesundheitsversorgung“ heißt ein Antrag der Grünen-Fraktion vom August 2020. Er findet sich inhaltlich auch im Grundsatzprogramm der Partei wieder. Eine gut abgestimmte integrierte Versorgung muss zur Regel werden – ist das Ziel. Wie das erreicht werden könnte, hat Dr. h.c. Helmut Hildebrandt mit 18 weiteren Autoren in dem Aufsatz „Integrierte Versorgung als nachhaltige Regelversorgung auf regionaler Ebene“ ausgearbeitet. In einer ersten Analyse hat Dr. Robert Paquet den Inhalt bewertet, Hildebrandt hat darauf reagiert. In dieser Analyse antwortet wiederum Paquet, der die Grünen auffordert, „noch einmal über den politischen Preis dieser Wahl und die inneren Widersprüche des Konzepts nachzudenken. Die anderen Parteien sollten jedenfalls die hier aufgeworfenen Fragen ernst nehmen und nach besseren Lösungen suchen.“ Wir laden gern weitere Autoren ein, sich an diesem Diskurs über die anzustrebende Struktur des Gesundheitswesens auf unserer Plattform zu beteiligen. 

 

Vorbemerkung

Auf einige der Hauptpunkte meiner Kritik geht Helmut Hildebrandt gar nicht ein; ich komme am Schluss darauf zurück. Doch wenden wir uns zunächst den …

Mehr lesen

MANAGEMENT/Wissenschaft

Patientensicherheit und Pflegequalität – Was sagen die Pflegekräfte?

Mit dem Bestreben der Bundesregierung, das Personal in der Alten- und Krankenpflege zu stärken, gewinnt auch die Zielsetzung nach mehr Patientensicherheit und Pflegequalität weiter an Bedeutung. Pflegepersonaluntergrenzen in der stationären Versorgung und ein neues Qualitätsprüfungssystem für die vollstationäre Altenpflege wurden auf den Weg gebracht. Diese Maßnahmen sind nur eine Auswahl von zahlreichen Interventionen zu den Pflegeberufen aus der 19. Legislaturperiode [siehe Maßnahmenanalyse zur 19. Legislaturperiode]. Grundsätzlich bleibt jedoch die Frage, welche Faktoren aus der Sicht von Pflegekräften die Patientensicherheit und Pflegequalität beeinflussen. Eine Studie [1] aus den USA analysiert, welche Faktoren für Pflegekräfte entscheidend sind, wenn es um die Bewertung von Patientensicherheit und Pflegequalität geht. Die Ergebnisse können dazu beitragen, bestehende Interventionen in der Praxis auszuarbeiten und zu erweitern.

Pflegekräfte sind entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung. Sie sind fortlaufend an …

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen

MANAGEMENT/Trends

Was kommt? Was geht? Was bleibt?

Daniel Cardinal

Dorothee Meusch

„Never waste a good crisis“ – dieser Satz von Winston Churchill von vor gut 75 Jahren hat durch das Coronavirus neue Aktualität erlangt. Die Covid-19-Pandemie hat in Deutschland schon mehr als 45.000 Menschenleben gefordert, für Millionen Menschen ist Kurzarbeit derzeit Alltag und unzählige Existenzen sind bedroht – ein menschliches und ökonomisches Desaster. Der Blick in die Zukunft liegt nicht frei, zu ungewiss sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen, die die Corona-Krise auf unsere Gesellschaft in all ihren Facetten hat. Dies ist die Stunde von Unternehmen, die es sich zur Aufgabe machen, die Pandemie auch als Beschleuniger begreifen und aktiv nutzen, um Entwicklungen voranzutreiben. Daher wollen wir es an dieser Stelle trotz aller Unwägbarkeiten wagen, mit Blick auf das deutsche Gesundheitssystem erste Antworten zu skizzieren auf die Fragen „Was kommt? Was geht? Was bleibt?“.

Die Pandemie hat in den zurückliegenden …

Mehr lesen
Alle Managementbeiträge ansehen
autor_Johanna Hornung
Johanna Hornung
autor_Dr. h. c. Helmut Hildebrandt
Dr. h. c. Helmut Hildebrandt
autor_Dr. Hans-Georg Feldmeier
Dr. Hans-Georg Feldmeier
autor_Dr. Bettina Bauer
Dr. Bettina Bauer
autor_Dr. Hans-Christian Wirtz
Dr. Hans-Christian Wirtz
autor_Nadiya Romanova
Nadiya Romanova
autor_Dr. Robert Paquet
Dr. Robert Paquet
autor_Johann-Magnus von Stackelberg
Johann-Magnus von Stackelberg
autor_Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
autor_Lars Grein
Lars Grein
autor_Dr. Hubertus Cranz
Dr. Hubertus Cranz
autor_Dorothee Meusch
Dorothee Meusch