Observer 4.0

Die Datenbank

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Termine, Berichterstattung, Dokumentation -
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KOMMENTAR

Und das Hamsterrad dreht sich lustig weiter

Stephan Pilsinger MdB

Auch nach dem Beschluss der Bundesregierung über ihr „Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz“ (KHVVG) spricht Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nach wie vor von einer „Revolution im System“, die das KHVVG für die Krankenhausversorgung mit sich bringe.

Damit meint der SPD-Politiker insbesondere, „das System der Fallpauschalen systematisch überwinden zu wollen“, also das ökonomische Bestreben der Kliniken, im DRG-System möglichst viele lukrative Fälle zu behandeln, die in der krankenhausinternen Mischkalkulation dafür sorgen, dass die Erlöse am Ende immer für schwarze Zahlen sorgen. Das nennt Lauterbach die „Entökonomisierung“ des Krankenhaussektors.

 

Ökonomische Aspekte per se keine Schande

Mal abgesehen davon, dass ökonomische Aspekte nicht nur keine Schande per se sind, sondern grundlegende Notwendigkeit jeglichen unternehmerischen Handelns, so auch der auf der ökonomischen Realität fußenden Krankenhäuser. Bei genauerem Hinsehen ist fraglich, ob es der Ampel-Koalition so gelingen wird, das „Hamsterrad“ der Fallzahloptimierung in der Logik des – übrigens von Lauterbach 2002/2003 als damaliger Berater der seinerzeitigen SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt selbst mit eingefädelten – DRG-Systems zu verlangsamen oder gar zu stoppen.

In der Tat steckt im DRG-System der Fehlanreiz – insbesondere für kleinere Krankenhäuser, die überwiegend nur gering vergütete Leistungen der Grund- und Notfallversorgung anbieten (können) –, mittels künstlicher Spezialisierung z.B. in …

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IN EIGENER SACHE

20 Jahre Observer Datenbank: ein Meilenstein im gesundheitspolitischen Monitoring

Im Mai 2024 feiert die Observer Datenbank ihr 20-jähriges Bestehen. Ein Anlass, der nicht nur ein bedeutendes Jubiläum markiert, sondern auch die Gelegenheit bietet, auf zwei Jahrzehnte Innovation, Wachstum und Engagement zurückzublicken.

Seit dem ersten Eintrag am 4. Mai 2004, zum damals noch existierenden großen Presseseminar der ABDA, hat sich die Observer Datenbank zu einer unverzichtbaren Ressource in der gesundheitspolitischen Landschaft entwickelt.

 

Innovativer Durchbruch in der Informationsverarbeitung

Von Beginn an hat die Observer Datenbank durch ein Alleinstellungsmerkmal aufgewartet, das bis heute unerreicht bleibt: die Überwindung technischer und redaktioneller Grenzen, um Ihnen eine aktuelle, tiefgreifende Dokumentation und Analyse gesundheitspolitischer Entwicklungen zu bieten. Dieser bahnbrechende Fortschritt in der Zusammenführung und Auswertung von Informationen hat …

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POLITISCHE ANALYSE

Was bringt der EHDS?

Pia Maier

Nach gut zwei Jahren intensiver Diskussion wurde Ende April die geeinigte Fassung des European Health Data Space (EHDS) vom EU-Parlament beschlossen und danach vom Rat bestätigt.[1] Die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU wird für Herbst/Winter erwartet, da der Text noch durch eine juristische Glättung muss. Im Trilog-Prozess wurden die Fassungen von Kommission und Parlament angenähert – herausgekommen ist ein EHDS, der etwas mehr Patientenrechte und etwas weniger Forschungsmöglichkeiten beinhaltet, vor allem aber durch die Diskussionen klarer und verständlicher geworden ist.

Schon während dieser Zeit hat sich die deutsche Gesetzgebung auf die neue europäische Regulation eingestellt und Weichen gestellt, die uns „EHDS-ready“ machen. Denn die traurige Wahrheit ist: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern stellen die im EHDS gestellten Anforderungen eine Herausforderung für die deutsche Gesetzgebung dar. Hier soll es darum gehen, was sich durch den EHDS nun konkret verändern kann und was das bringt.

Was bringt der EHDS in der Versorgung?

Einer der beiden zentralen Bereiche des EHDS ist die primäre Datennutzung – also der Zugang und die Nutzung von …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

Wie könnten die Lauterbach-Vorschläge wirken?

Anfang Januar 2024 nach dem Krisengipfel zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung hat das Bundesministerium für Gesundheit ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung vorgelegt [1]. Im Fokus steht die Reform der hausärztlichen Honorierung. Doch welche Effekte lassen sich mit den Vorschlägen zur Veränderung der Honorierung erwarten?

Um Antworten auf diese Frage zu finden, setzt sich dieser Wissenschaftsbeitrag mit ausgewählten Honorierungsmodellen auseinander und bezieht deren Anreizwirkungen auf die aktuellen hausärztlichen Reformvorschläge. Als Fundament für die Diskussion dient eine neu erschienene Studie von Brosig-Koch et al. [2]. Die Studie [2] liefert wichtige Ergebnisse bzgl. der Frage, ob eine anreizbasierte Entlohnung Hausärzte zu einer besseren Gesundheitsversorgung motiviert.

Die verfügbaren Honorierungsmodelle für Hausärzte liefern ein vielfältiges Portfolio an Möglichkeiten und Anreizwirkungen. Grundlegende Modelle mit deren in der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten Effekten für das Versorgungsgeschehen werden für eine spätere Einordung …

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MANAGEMENT/Trends

Bürgergeld-Bezieher: Gesundheitsausgaben übersteigen Beitragszahlungen um neun Milliarden Euro

Dr. Martin Albrecht

Dr. Richard Ochmann

Die Sicherung der Finanzierungsgrundlagen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steht wieder im Vordergrund der gesundheitspolitischen Diskussion, seitdem sich die Finanzierungsdefizite häufen und die Zusatzbeitragssätze steigen. In diesem Zusammenhang werden auch wieder verstärkt die sog. „versicherungsfremden Leistungen“ thematisiert, also gesamtgesellschaftliche Aufgaben, welche die GKV übernimmt und aus ihrem Budget bezahlt, die aber sachgerecht aus dem allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren wären (z. B. familienpolitisch begründete Leistungen bzw. Beitragsentlastungen).

Über die genaue Abgrenzung und Quantifizierung solcher versicherungsfremden Leistungen besteht weder fachlich noch politisch Einigkeit. Seit dem Jahr 2004 werden diese „pauschal“ durch einen Steuerzuschuss an die GKV abgegolten, dessen Höhe im Zeitverlauf mehrfach und teilweise stark angepasst wurde.

Die Gesundheitsversorgung der Bezieher von Arbeitslosengeld II (bzw. seit Jahresbeginn 2023 „Bürgergeld“) in der GKV stellt aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes eindeutig eine versicherungsfremde – und daher vollständig aus Steuermitteln zu finanzierende – Leistung dar, da es sich …

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autor_Detlev Spangenberg
Detlev Spangenberg
autor_Karin Maag
Karin Maag
autor_Armin Grau MdB
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autor_Katrin Helling-Plahr MdB
Katrin Helling-Plahr MdB
autor_Hans-Jürgen Müller
Hans-Jürgen Müller
autor_Melanie Huml
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autor_Roland Engehausen
Roland Engehausen
autor_Dr. Markus Beier
Dr. Markus Beier
autor_Dr. h. c. Helmut Hildebrandt
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autor_Dr. Matthias Gruhl
Dr. Matthias Gruhl
autor_Karl-Josef Laumann
Karl-Josef Laumann
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Martina Stamm-Fibich MdB
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