„Gesundheit trifft Zirkus“ des IKK e.V.

Les Brünettes mit Juliette Brousset, Lisa Herbolzheimer, Julia Pellegrini und Stephanie Neigel (v.l.n.r.)
Hans Peter Wollseifer (IKK e.V.) bei seiner Eröffnungsrede
Hans Peter Wollseifer (IKK e.V.), Edgar Franke MdB (SPD), Hans-Jürgen Müller, Jürgen Hohnl (beide IKK e.V.) (v.l.n.r.)
Les Brünettes
Jürgen Hohnl (IKK e.V.)
Jürgen Hohnl, Hans-Jürgen Müller (beide IKK e.V.), Ursula Nonnenmacher (Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Brandenburg), Hans Peter Wollseifer (IKK e.V.) (v.l.n.r.)


Knapp 20 Monate muss die Gesundheitsszene aufgrund von Corona ausharren, um sich wieder treffen zu können. Doch jetzt ist es wieder möglich – endlich. Und eine der beliebtesten Veranstaltungen im Jahr macht den Anfang. Rund 120 Gäste begrüßt der IKK e.V. für „Gesundheit trifft Zirkus“ in der „Bar jeder Vernunft“ am 14. September. Die Stimmung: hervorragend, das Programm gelungen – und auch das Wetter spielt mit.

Ohne 3G-Regelung kommt auch dieser Abend nicht aus: Geimpft, genesen, getestet muss jeder Gast nachweisen; die Maske immer griffbereit, wenn nicht getragen. Das Hygienekonzept lässt nur die Hälfte der sonst üblichen Teilnehmerzahl zu. So ist jeder Gast froh, dass er dabei sein darf.

Der Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., Hans Peter Wollseifer, bringt es in seiner Rede auf den Punkt: Nie sei er erfreuter und glücklicher gewesen, diesen Abend „von Angesicht zu Angesicht“, persönlich mit den Wichtigen der gesundheitspolitischen Bühne verbringen zu dürfen.

Das Gesundheitswesen habe sich in der Krisenzeit bewährt. Doch die strukturellen Defizite seien ebenso sichtbar geworden. Wollseifer nennt die insgesamt fehlenden Planungen zur Pandemiebewältigung oder die unklare Verantwortlichkeit zwischen Bund und Ländern. Für die kommende Legislaturperiode stehen nach Aussage von Wollseifer drei Projekte an: Pflege- und Krankenhausstrukturreform sowie die Finanzierung der GKV. Vor allem letzteres treibt Wollseifer um. Die Sozialgarantie von 40 Prozent müsse auch nach 2022 gelten. Dies hat zwar CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet bei der Vorstellung seines Sofortprogramms kürzlich gesagt. Ob er daran festhalten wird, wenn eine Koalition mit der CDU kommt?

Wollseifer verweist auf das ergebnislose Spitzengespräch zwischen Minister Spahn und GKV-Vertretern zu einem erforderlichen Bundeszuschuss Anfang September, „das äußerst enttäuschend verlief“. Eigentlich sei von Seiten des BMG zugesichert worden, dass die GKV noch vor der Bundestagswahl Planungssicherheit erhalte. Nun will Spahn erst im Oktober darüber entscheiden. Die Innungskrankenkassen würden befürchten, dass die GKV, Versicherte und Arbeitgeber, im Regen stehengelassen würden. Denn nach der Bundestagswahl werde erstmal Kassensturz gemacht, „und den Wählern die Rechnung präsentiert“.

Für Wollseifer sei jedoch der Bundeszuschuss kein „dauerhaftes Allheilmittel“. Umlagefinanziert und selbstverwaltet müsse das Krankenversicherungssystem sein. Bund, Länder und Kommunen seien gefordert. Versicherungsfremde Leistungen könnten beispielsweise nicht allein von der GKV getragen werden. „Die Lasten müssen fair verteilt werden“, betont der Vorstandsvorsitzende.

Wollseifer nimmt die anstehenden Bundestagswahlen zum Anlass, die Politik aufzufordern, gemeinsam mit den Akteuren Lösungen für eine Versorgungsverbesserung und stabile Finanzierung des Gesundheitswesens zu finden und zu erreichen, wie er sagt.

Und der Kölner Wollseifer, der zugleich Handwerkspräsident ist, verweist außerdem auf die Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. Viele Handwerksbetriebe seien betroffen und in Not geraten. Wollseifer bittet um Unterstützung für die Initiative „Handwerk hilft!“.

Höhepunkt von „Gesundheit trifft Zirkus“ – neben den zahlreichen Gesprächen – ist das Show-Programm; dieses Mal mit dem A-Capella-Qartett „Les Brünettes“. Vier einzigartige Stimmen, vier Künstlerinnen – Juliette Brousset, Lisa Herbolzheimer, Julia Pellegrini und Stephanie Neigel – bieten Beatles-Song grandios dar, präsentieren eigene Lieder; reißen das Publikum mit und animieren zum Mitsingen.

Gut gelaunt nutzen die Gäste noch den Spätsommerabend für Gespräche, Fachsimpeln über die kommende Bundesregierung und einen eventuellen neuen Gesundheitsminister oder eine Ministerin: ein gelungener Abend.

 

Fina Geschonneck


© Observer Gesundheit


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