Festakt zum Deutschen Zahnärztetag 2019

Peter Engel (BZÄK) bei seiner Eröffnungsrede beim Festakt zum Deutschen Zahnärztetag 2019
Der Eingang des Theaters „Die Stachelschweine"
Blick ins Publikum
Michael Walter (DGZMK)
Wolfang Menke (Zahnärztekammer Bremen) (l.) im Gespräch mit Wolfgang Klenner (Zahnärztekammer Hessen)
Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft in Gold für Peter Knüpper (Bayerische Landeszahnärztekammer) (r.) überreicht von Peter Engel (BZÄK)
Für ein kurzes Gespräch bleibt immer Zeit.
Das „Duo Common Contrasts“ begeisterte.
Wilfried Woop (Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz) (l.) mit Michael Schwarz (Bayerische Landeszahnärztekammer)


Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) konnten sich für ihren Festakt zum Deutschen Zahnärztetag 2019 am 15. November keinen besseren Ort wählen: Das Berliner Kabarett „Die Stachelschweine“ im Europa-Center, unweit der Gedächtniskirche, bot eine treffliche Bühne für Reden, Ehrungen und Musikdarbietungen.

Über den Tagungsort Berlin freute sich BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel besonders. Vor 30 Jahren im November fiel die Mauer – „eines der wenigen Ereignisse im Leben, bei dem sich jeder erinnert, was er gerade gemacht hat, als die Nachricht kam“, sagte Engel. Damit sei Berlin eine sehr gute Wahl. Vieles habe sich seitdem verändert. Im Gesundheitswesen sei die Aufgabe gewesen, aus zwei „völlig verschiedenen Systemen eins zu machen.“ Engel erinnerte an die „leidenschaftlichen Debatten“ über die Zukunft der Polikliniken sowie die große Herausforderung der „Niederlassungsfreiheit“. Sein Resümee: Kammern und Verbände seien von einer großen Mehrheit der Ärzte gewollt gewesen: „Binnen kurzem war das Kammerwesen in den neuen Bundesländern etabliert.“

„Kabarettreif“ nannte Engel die seit 31 Jahren auf Anpassung wartende Gebührenordnung für Zahnärzte. Mit Blick darauf beschrieb der BZÄK-Präsident die wichtigsten Charaktereigenschaften für die Kammerarbeit: „gute Nerven, Ausdauer und Geduld.“ Anstrengend und verantwortungsvoll sei das Wirken – auch für den Einsatz bei den anstehenden Themen der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer. Die Freiberuflichkeit stehe auf dem Spiel, wenn „sich von kommerziellen Interessen geleitete Fremdinvestoren mit ihren Großpraxen weiter ausweiten“, mahnte Engel. Es gehe um den Einklang von Anforderungen an das Gesundheitssystem und an die Interessen der Zahnärzte mit den Werten der Freiberuflichkeit.

Ein Ordnungsrahmen für digitale Anwendungen im Gesundheitswesen gilt es zu schaffen. Und beim Einfluss Europas müsse „höllisch“ aufgepasst werden, „dass der Kern der Aufgaben der Kammern, flächendeckend für hohe Qualitätsstandards in Deutschland zu sorgen, nicht mit der Einführung der Verhältnismäßigkeitsprüfung durch Brüssel obsolet wird.“

Dicke Bretter müssten die Zahnärzte dafür bohren, aber davon verstehe die Zunft ja etwas, wie Engel humorvoll sagte.

DGZMK-Präsident Prof. Dr. Michael Walter verwies auf die Bedeutung der Wissenschaft in der Zahnmedizin, die von der Bundesärztekammer mit Leben erfüllt werde. Stichworte seien Zuckerkonsum oder Alkohol. Die Bundeszahnärztekammer habe mit speziellem Fokus unter anderem auf Prävention auf die erhebliche Verbesserung der Mundgesundheit hingewiesen. Das „topaktuelle“ Thema sei die neue Approbationsordnung, die kommen werde. Walter sehe ein schlüssiges Gesamtkonzept aus Ausbildung und reformierter Weiterbildung als „unumgänglich“. Die Vorstellungen zwischen den zahnärztlichen Organisationen würden „teilweise noch weit auseinander liegen.“ Bei der Qualität gebe es außerdem noch Luft oben. Wegen des hohen Aufwandes und der begrenzten Förderung sei der Prozess „eher schwerfällig.“ Walter nannte als Beispiele die Füllungstherapie, Endodontie und Prothetik. Dennoch blicke Walter positiv in die Zukunft. Vieles sei erreicht worden: „Darauf lässt sich aufbauen.“ Er wünschte BZÄK, KZBV und DGZMK „eine glückliche Hand“ bei den Herausforderungen.

Anlässlich der Eröffnungsfeier durften Ehrungen nicht fehlen. Der langjährige Hauptgeschäftsführer der Landeszahnärztekammer Bayern, Peter Knüpper, und der wissenschaftliche Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte, Dr. Wolfgang Micheelis, (letzterer krankheitsbedingt abwesend) wurden für ihr besonderes Engagement für den Berufsstand mit der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft ausgezeichnet.

Grund genug für ein Musikprogramm, das außergewöhnlich war. Die Zahnärzte hatten sich für das „Duo Common Contrasts“ entschieden, die mit Saxophon und Akkordeon eine neue und frische Herangehensweise an Musik verschiedenster Stilrichtungen repräsentierten. Das Programm bot alle Facetten, die Atmosphäre war locker und entspannt – es wurde geplaudert, gelacht und über wichtige Themen geredet. Die Eröffnungsveranstaltung der Zahnärzte – mal eine andere und sehr gelungen.

 

Redaktion / Andreas Lehr


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