09.07.2025
Parlamentarischer Abend vereint Ärzteverbände
Seit mehr als zehn Jahren lädt ein ausgewählter Kreis an Ärzteverbänden zum parlamentarischen Abend im Haus Fromberg ein. In diesem Jahr ist die Runde so vielfältig und stark wie nie: Neben dem Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. – engagieren sich der Bundesverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC), der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI), MEDI GENO Deutschland e.V., der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e.V. (PVS-Verband) und – erstmals dabei – der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ).
Das Besondere an diesem Treffen: verschiedene Fachrichtungen, gemeinsame Anliegen – und eine klare Botschaft an die Politik. In der historischen Villa an der Kurfürstenstraße mit ihrem festlich gestalteten Außenbereich kommen Vertreter des Gesundheitswesens zusammen, um die drängenden Fragen der Gesundheitspolitik zu diskutieren.
Den Auftakt macht BVKJ-Präsident Michael Hubmann, der mit seinem Verband als neuer Unterstützer das Treffen bereichert. An Themen mangele es nicht, so Hubmann – das Problem liege nicht in fehlender Erkenntnis, sondern in fehlender Umsetzung.
Norbert Smetak, Vorsitzender von MEDI GENO Deutschland, betont, dass die Ärzteschaft aktiv an Lösungen mitarbeiten wolle: „Wir sehen die Zukunft nicht als Bedrohung, sondern als Einladung zu Innovation.“ Dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen – Medizin müsse menschlich bleiben und Ärzte entlasten, nicht zusätzlich belasten.
Auch BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck unterstreicht: Nur gemeinsam kann eine gute Patientenversorgung gelingen. Sie hofft, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ihre angekündigte Dialogbereitschaft ernst nimmt – denn in der Vergangenheit habe es genau daran gemangelt, erklärt Hans-Joachim Meyer vom BDC.
Für Christof Mittmann, Vorsitzender des PVS-Verbandes, steht die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) im Fokus. Sie sei entscheidend, um ärztliches Handeln angemessen abzubilden und zukunftssicher zu gestalten.
Klaus Reinhardt, geschäftsführender Vorstand des Hartmannbundes und Präsident der Bundesärztekammer, verweist auf das 125-jährige Bestehen seines Verbandes. Die Verantwortung, die Gesamtärzteschaft zu vertreten, nehme man mit Blick in die Zukunft wahr. Der parlamentarische Abend sei dabei ein zentrales Element: Er ermögliche den Austausch, das Bündeln gemeinsamer Interessen – und das Erreichen nachhaltiger Ziele.
Dieser Einladung folgen die Gäste gerne: Bei Sommerwetter, einem stilvoll geschmückten Außenbereich und einem abwechslungsreichen Buffet entwickeln sich lebendige Gespräche, die bis in die späten Abendstunden andauern. Der Tenor des Abends ist klar: Wenn und Ärzte über Fachgrenzen hinweg zusammenkommen, entsteht ein starkes Signal in Richtung Politik. Es geht nicht ums bloße Fordern – sondern darum, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Medizin aktiv mitzugestalten.
Dr. Ines Niehaus
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