„Gesundheit trifft Zirkus“ des IKK e.V.

Irmgard Knef, erfundene Blutsverwandte von Hildegard, gab ihr Bestes bei „Gesundheit trifft Zirkus" des IKK e.V. in der „Bar jeder Vernunft".
Dame mit Herren: Hans-Jürgen Müller (IKK e.V.), Edgar Franke MdB (SPD), Christine Aschenberg-Dugnus MdB (FDP), Hans-Peter Wollseifer (IKK e.V.), Erwin Rüddel MdB (CDU/CSU) (v.l.n.r.)
Hans-Jürgen Müller (IKK e.V.) bei seiner Rede
Jürgen Hohnl (IKK e.V.) führte durch den Abend.
Eva Walzik (DAK-Gesundheit) mit Robert Paquet
Frank Meier, Kathrin Brockmann (beide IKK Brandenburg und Berlin), Jürgen Hohnl (IKK e.V.), Andreas Fabri (IKK classic), Kerstin Bockhorst (GKV-Spitzenverband), Philipp Kunze (G-BA) (v.l.n.r.)
Gut gelaunt: Wieland Schinnenburg MdB (FDP) mit Ann Hillig (IKK e.V.)
Rita Pawelski (Bundeswahlbeauftragte) (l.) und Ulrike Elsner (vdek)
Boris von Maydell (l.) und Oliver Blatt (beide vdek)
Staatssekretär Andreas Westerfellhaus (Pflegebevollmächtigter), Cornelia Wanke (ALM) und Jürgen Hohnl (IKK e.V.) (v.ln.r.)
Erwin Rüddel MdB (CDU/CSU), Rita Pawelski (Bundeswahlbeauftragte), Leo Blum (v.l.n.r.)
Marianne und Herbert Rische mit Jürgen Hohnl (IKK e.V.) (v.l.n.r.)
Peter Wadenbach (IKK gesund plus), Andreas Fabri (IKK classic), Helmut Kastner (IKK Nord) (v.l.n.r.)


Wenn der IKK e.V. in die Berliner „Bar jeder Vernunft“ einlädt, sind gute Laune, angeregte Gespräche und hervorragendes Essen programmiert. Die Gäste freuen sich auf den künstlerischen Höhepunkt. Zuvor hat einer der alternierenden Vorstandsvorsitzenden des IKK e.V. das Wort – Hans Peter Wollseifer oder Hans-Jürgen Müller. So sollte es auch in diesem Jahr, dem 11. „Gesundheit trifft Zirkus“ sein. Aber die Rede von Hans-Jürgen Müller hatte es in sich, die am Abend für reichlich Gesprächsstoff und bei dem einen oder anderen für Nachdenken sorgte.

Bevor sich Müller der Gesundheitspolitik widmete, galten seine Worte dem kürzlich verstorbenen Fritz Schösser, einem Urgestein der sozialen Selbstverwaltung. Neben seinen politischen Funktionen in Bayern und dem Bundestag, stand Schösser 16 Jahre an der Spitze der Selbstverwaltung für die Arbeitnehmerseite, als Aufsichtsratsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Bayern und als Mitglied des Verwaltungsrates des GKV-Spitzenverbandes. Schösser habe wesentlich dazu beigetragen, „dass die GKV so ist, wie sie heute existiert“, sagte Müller. „Dem Fritz“ werde man ein ehrendes Andenken bewahren.

Überhaupt die Selbstverwaltung. Der Verwaltungsratsvorsitzende der IKK gesund plus, der auch im Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes sitzt, ließ kein gutes Haar an dem Ansinnen des Bundesgesundheitsministers, die ehrenamtlichen Vertreter von Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes abzuschaffen und mit Kassenvorständen zu ersetzen – verankert im Entwurf des Faire-Kassenwahl-Gesetzes. Gerade sei Minister Spahn noch in der Verwaltungsratssitzung des GKV-Spitzenverbandes gewesen, erinnerte Müller, sei bereit gewesen, mit den Ehrenamtlichen zu diskutieren. Und eine Woche später sei der Vorschlag gegen die Selbstverwalter per Referentenentwurf präsentiert worden. Frei nach dem Motto: „Mit ihnen nicht, da müssen ganz andere Profis ran“, wie es Müller formulierte. Dabei bediente er sich einer Aussage der Bundeswahlbeauftragten Rita Pawelski: Wenn die Ministerialmitarbeiter in einem Deutschen Bundestag in Zukunft die Profis seien, würden auch keine Bundestagsabgeordneten mehr gebraucht.

Für Müller ist denn auch dieser Vorschlag „völlig falsch“, wie auch die Mehrheitsbeteiligung des Bundesgesundheitsministeriums mit 51 Prozent an der gematik – im Terminservice- und Versorgungsgesetz beschlossen. „Jetzt wird alles besser, die Industrie wird ganz schnell arbeiten und alles wird gut. Mal sehen, ob Herr Spahn sich da nicht selbst ein Bein gestellt hat“, orakelte Müller, der das Eingreifen des Bundesgesundheitsministeriums als „diktatorisch“ bezeichnete. Für ihn sollten Politiker „ihren Job gut machen“ und „sich auch mal fragen, für wen sie da sind“. Bei der Wiedereinführung der Parität in der GKV oder die Verbesserungen in der Pflege habe es doch auch geklappt. Die Innungskrankenkassen seien zwar klein, würden aber ihre Stimme erheben.

So wie Irmgard Knef, die das Publikum künstlerisch beglückte. Die zehn Minuten jüngere Zwillingsschwester von Hildegard Knef berichtete über ihr Leben im Schatten der großen Schwester und gab ihre Songs zum Besten, die stark mit den Originalen der Knef im Einklang sind, aber textlich erstaunlich variieren. Während ihres Auftritts berichtete Irmgard von ihrem doch so anderen Leben, weit weg von Hollywood, auf Berlins Hinterhöfen. Für die Deutsche Bundespost besprach sie beispielsweise Endlosschleifen „bitte warten“ und glaubte an ihre Karriere. Hinter der Kunstfigur Irmgard Knef steckt der Kabarettist Ulrich Michael Heisig, von Hause übrigens Politologe und Medienwissenschaftler, der Hildegard mit liebevollen Seitenhieben auf Karriere und Charakter imitierte – mit Gesten und Sprachlage der großen Schwester. Und, um aus der Einladung des IKK e.V. zu zitieren: „In der Kunst ist es wie in der aktuellen Gesetzgebung: Man darf die Hoffnung auf bessere Zeiten nie aufgeben, denn hört man auf zu kämpfen, so hat man schon verloren.“

IKK e.V.-Geschäftsführer Jürgen Hohnl führte wieder souverän durch den Abend und hatte mit seinem Team ein gutes Händchen bei der Auswahl der Künstlerin sowie die Organisation in festem Griff.

Politisch gestärkt und künstlerisch gefangen hatten die Gäste jede Menge Gesprächsstoff bei einem lauen, beglückenden Sommerabend.

 

Redaktion / Fina Geschonneck


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