Observer 4.0

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KOMMENTAR

GDNG: Plädoyer für mehr Vertrauen in Krankenkassen

Dr. h.c. Helmut Hildebrandt

Daniel Dröschel

Krankenkassen erhalten mit dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) die Möglichkeit, ihre Versicherten auf Gefährdungspotenziale hinzuweisen, sofern sie sich aus Abrechnungsdaten ergeben. Sebastian Hofmann sieht dies in seinem Beitrag im Observer Gesundheit – in Anlehnung an einen ähnlichen Artikel von Jürgen Windeler – kritisch und beschreibt es als eine „Methode mit hohem Risikopotenzial“.

Es brauche „wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was ein Schreiben der Krankenkasse über mögliche Gefahren für die eigene Gesundheit in heimischen Wohnzimmern auslösen kann“. Hofmann fordert das Primat der Evidenz und Qualitätssicherung und eine „freiwillige Selbstkontrolle der Kassen“, allerdings so, dass „die Kriterien für Analysen und Empfehlungen von Medizinischen Fachgesellschaften abgesegnet“ sein müssten. Also doch keine Selbstkontrolle, sondern vorgeschaltet eine Fremdkontrolle.

Auch wenn Kritik an dem Verhalten von Krankenkassen bezüglich der Verwendung von zu formellen und damit unverständlichen Textbausteinen, zu eifrigen Marketings oder des Missbrauchs von Marktmacht durchaus berechtigt sein kann, wird hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Bedenken wir, welches Risiko eine Krankenkasse – nach der vorher vom Gesetzgeber geforderten Information des Verwaltungsrats und der Mitglieder – mit einem unangemessenen, fehlerhaften oder voreiligen Schreiben einginge. Sie würde sich bundesweit zum Narren machen oder Patienten, Ärzte und Verbraucherschützer gegen sich aufbringen. Gleichzeitig würde sie …

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IN EIGENER SACHE

Weiter mit der bewährten Datenbankstruktur

Was ist seit dem plötzlichen Tod unseres Datenbank-Administrators Peter Stanberg passiert? Diese Frage wird uns immer wieder von Ihnen gestellt. Unser System läuft solide und unverzichtbar für Sie weiter, das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt auf den Punkt bringen. Die ersten Kontakte zu einer neuen Firma sind geknüpft. Alle Daten sind gesichert. Wir sind auf einem guten Weg, unsere Datenbank weiterzuentwickeln.

Nachdem unser letztes „In eigener Sache“ erschienen ist, haben uns viele Anrufe erreicht, um die Arbeit von Peter Stanberg zu würdigen. Unsere Datenbank, so hören wir von vielen Kunden, sei aufgeräumt, mit einer klaren und übersichtlichen Struktur und vor allem einen riesigen Informationsschatz im Bereich der Gesundheitspolitik. Eine schöne Würdigung des Wirkens von Peter Stanberg. Dafür …

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POLITISCHE ANALYSE

Was geht digital? Eine Zukunftsmusik

Sebastian Hofmann

Mit der Digitalreform unternimmt die Ampel-Koalition einen doppelten Salto. Das Digital-Gesetz (DigiG) erklärt die elektronische Patientenakte (ePA) zum allgemeinen Standard in der GKV. Mit dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) erhalten Dritte Zugang zu den Daten aus der ePA. Beides wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar erschienen. Die Reform birgt Risiken und Chancen.

Vieles klingt wie Zukunftsmusik, aber: Die Zukunft kommt, man sollte sie beizeiten gestalten. Der Fokus auf zentrale Aspekte bietet Anlass zu Hoffnung, Fragen und Verwunderung.

Der Schatz

Mit der ePA entsteht ein aufwachsender Schatz an Wissen. Dort wird die Vorgeschichte des Patienten dokumentiert – mit gesicherten Informationen zu Diagnosen und Behandlungen. Wer zugreifen darf, kann die aktuelle Situation des Patienten einordnen in die Gesamtschau seiner Krankheitsgeschichte. Der Zugriff ist Heil- und Pflegeberufen erlaubt im Rahmen einer Behandlung, wenn die Information für die Versorgung gebraucht wird (§ 352 SGB V).

Dies birgt enormes Potenzial. Beispiel Pflege: Die Pflegedienstleitung eines Pflegeheimes könnte sich zukünftig mit der Vorgeschichte eines neuen Bewohners befassen, um ein individuelles Pflegekonzept zu erstellen – anhand umfangreicher Informationen zur körperlichen …

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MANAGEMENT/Wissenschaft

US-Non-Profit-Modell – ein Rezept für geringere Preise und gegen Arzneimittellieferengpässe

Die Diskussion um Arzneimittellieferengpässe ist nicht nur in Deutschland in vollem Gange. Im Trendbeitrag „Civica senkt Generikapreise drastisch“ ist im Observer Gesundheit ein innovatives Non-Profit-Geschäftsmodell (Civica Rx) aus den USA-vorgestellt worden. Civica Rx wurde ins Leben gerufen, um der vorherrschenden Arzneimittelknappheit und den steigenden Generikapreisen in den USA zu begegnen. Was ist aus dem Non-Profit-Geschäftsmodell geworden? Eine Antwort auf diese Frage liefert die Studie von Dredge und Scholtes [1]. Basierend auf aktuellen Zahlen haben die Wissenschaftler analysiert, wie sich der Arzneimittelzugang und die Preise auf dem US-Markt entwickelt haben. Wie sehen die aussagekräftigen Studienergebnisse [1] aus?  

Das Problem der Arzneimittelknappheit in den USA scheint sich zunehmend zu verschärfen. Seit Anfang 2018 wurden zum Ende jedes Quartals mindestens 200 Arzneimittelenpässe vermeldet. In den ersten beiden Quartalen 2023 waren sogar mehr als 300 Arzneimittel von Lieferschwierigkeiten betroffen. [2] Ein …

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MANAGEMENT/Trends

Die langfristige Beitragsentwicklung der PKV

Dr. Martin Albrecht

Der Wissensstand über die Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist lückenhaft. Wiederkehrende Meldungen über „Beitragsexplosionen“ in der PKV beruhen meist auf Momentaufnahmen oder Einzelfallbetrachtungen. Abgesehen davon werden lediglich hochaggregierte Durchschnittswerte berichtet.

Um die Beitragsentwicklung in der PKV beurteilen zu können, sind aber Erkenntnisse sowohl über langfristige Verläufe notwendig, als auch differenziertere Aussagen über die Variabilität der Beitragsentwicklung unter den Versicherten und deren Ursachen.

Die Debeka, der größte private Krankenversicherer in Deutschland (Marktanteil rund 29 %), hat das IGES Institut bereits mehrfach umfassende Analysen auf Basis ihrer Daten durchführen lassen. Dabei ging es jeweils um die langfristige Beitragsentwicklung über 20 Jahre aus Versichertenperspektive. Aktuell liegen die Ergebnisse für ca. 860.000 Versicherte vor, die im Zeitraum 2003 bis 2023 durchgehend versichert waren, darunter knapp 104.000 Arbeitnehmer und Selbständige.[1]

 

Beitragsentwicklung über 20 Jahre

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autor_Renate Künast MdB
Renate Künast MdB
autor_Dr. York Dhein
Dr. York Dhein
autor_Stefan Neudörfer
Stefan Neudörfer
autor_Andreas Gerber
Andreas Gerber
autor_Jens Naumann
Jens Naumann
autor_PD Dr. Stefan Lange
PD Dr. Stefan Lange
autor_Dr. Jens Baas
Dr. Jens Baas
autor_Dr. Anke Schlieker
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autor_Dr. Bettina Bauer
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autor_Claudia Moll MdB
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autor_Dr. Stanislava Dicheva-Radev
Dr. Stanislava Dicheva-Radev
autor_Dr. Anna-Maija Mertens
Dr. Anna-Maija Mertens
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